Dienstag, 28. März 2017, 19:39:24 Uhr

25. Oktober 2013, 03:56

Es war wunderschön - so wundervoll!

Ob man will oder nicht, man findet jedes Jahr mehr begeisterte Läuferinnen und Läufer, die mit einem wahnsinnigen Glücksgefühl im Herzen die letzten Meter ins Ziel in Donat rennen. Dabei haben sie in der letzten Stunde eine grossartige Leistung vollbracht, eine Leistung, die sie bis an ihre Grenzen getragen hat. Und trotzdem, wer zum Schluss hinunter ins Ziel rennt, dann umschwirren ihn tausend rosarote und hellblaue Glücksherzen, Glücksherzen, die tief ins Herz hineingehen, Glücksherzen die ein Gefühl unbeschreiblicher Herzlichkeit hinterlassen. Mag es am magischen Ort Donat liegen, das hundert Meter über der Talsohle liegt, man weiss es nicht so recht, man spürt es nur, ganz einfach.

Donat, 20.10.13 mk-ak (mk) Es war wieder einmal Zeit - "transviamala Zeit"! Obwohl der Sonntag im Oktober bei vielen schon Monate im Voraus im Kalender angestrichen ist, steigt Tag für Tag und Monat für Monat die Spannung. Die Sehnsucht nach dem Gefühl der Unendlichkeit, dem Gefühl völligem Loslassens von allem was in dieser Stunde passiert, einem Loslassen von Sorgen, Nöten und allem, das im Moment nicht so gut läuft. Es ist wie ein entschweben in eine Zeit unendlicher Geschichte, in eine Zeit, die heute noch von ihren Geheimnissen umgeben ist, ja grosse Geheimnisse in sich trägt. Was war da in der tiefen Schlucht geschehen?

Die Tiefe, das Ungewissen was einem dort unten erwartet lässt einem ganz still werden. Dort unten in der tiefe der Viamalaschlucht fühlt man auch das Besondere, spürt sein Herz ganz fest schlagen. Eines ist dennoch anders. Es ist ein Hingeben einem Naturwunder, das sich schon seit Jahrtausenden Tag für Tag seinen Weg tiefer und tiefer durch das Tal sucht. Unheimlich? Ja, fast unheimlich fühlt sich das an, wenn man mal unten steht, den Atem der Schlucht spürt. Man möchte stehen bleiben, keinen Schritt mehr weiter tun, einfach nur träumen, sich die Geschichte dieses Naturwunders in sich hineinziehen. Gnadenlos wird jeder aus seinen Träumen gerissen, es geht weiter, hinauf ans Licht, das wie die Erlösung weit oben auf einem wartet.

Die Einsamkeit, der Zauber der über der Schlucht, ja über dem Tal liegt verändert für Momente, ja nur für kurze Augenblicke den Läufer. Ein Lächeln huscht schnell über das Gesicht, war dort nicht eine Fee? Glitzerten und funkelten da nicht Sterne, war da vielleicht der magischer Zauber? Was ist mit mir los? - Nur das Keuchen, das Schnaufen der Laufenden um mich ist noch zu hören, getragen vom aufkommenden Wind der alle, als wolle er sie im Tal oben in Empfang nehmen und in die Arme schliessen empfängt. "Seid willkommen, ihr betretet nun das Paradies, geniesst die Schönheit der Natur, begrüsst die wundervollen Menschen, die Euch hier oben begegnen." Wo bin ich? Der Traum löst sich auf, was bleibt, ist die einmalige Landschaft. Die Wirklichkeit hat aber tatsächlich so wunderbare Menschen, es ist hier oben mehr als nur gewöhnliche Natur, hier oben in den Armen des Beverin Naturparkes lässt sich leben und es lässt sich tatsächlich auch geniessen.

Ausgelassen wird auf dem Festplatz im Zielgelände in Donat gefeiert. Fröhliche Gesichter, entspannt sitzt man noch ein - zwei Stunden da, bevor man den Weg hinunter ins Tal sucht. War das heute ein Traum oder war es Wirklichkeit? Egal, es war ganz einfach nur schön.

Der Schweizer von der Swiss auch dieses Jahr als Überflieger

Christian Mathys hat auch dieses Jahr seinen "transviamala-Sieg" nach Hause getragen. Auch bei der 12. Austragung des Transviamala feierte der Klotener Swisspilot einen Start-Ziel Sieg. Der kleine Unterschied blieb dieses Mal tatsächlich klein. Allerdings Mathys traf Christian Matys auch auf einen exzellenten starken Gegner.

Iwan Schwarz aus Elsau lief manchmal auf Sichtweite zum Führenden und zum Schluss lag er nur knapp 30 Sekunden hinter dem Überflieger aus Kloten. Der für den LV Oerlikon laufende Schwarz ist kein Unbekannter. Schwarz lief 2011 den Frankfurt Marathon in der grossartigen Zeit von 2:26:57. So kamen dem Allrounder heute die flachen Teilstücke zu gute, hier machte er immer wieder Zeit auf Mathys gut und hatte diesen vor Andeer sogar auf Sichtweite vor sich. Sportlich gesehen war die diesjährige 12. Austragung sicher ein Höhepunkt in der Geschichte des "transviamala". Nicht vergessen darf man auch den Dritten im Bunde. Der Triesenberger aus dem Fürstentum Liechtenstein, Arnold Aemisegger hatte noch ein Wörtchen mitzureden. 18 Sekunden nach Schwarz war auch er im Ziel. Aemisegger kam im letzten Aufstieg noch gefährlich nah an Schwarz ran.

Das Rennen der einstigen weltbesten Zeitfahrerin

Radrennen waren lange zeit ihre Leidenschaft und ihr Beruf. Sie verdiente ihr Geld im Schweizer Elitesport auf der Strasse. Emma Pooley war eine der ganz schnellen Amazonen auf dem Rennrad. Gegen die Uhr eine Meisterin. Seit einigen Jahren betreibt die ehemalige Engländerin, die heute Schweizerin ist auch erfolgreich Triathlon- und Laufsport. Konkurrenz hatte sie allerdings am "transviamala" nicht. Mit über zehn Minuten Vorsprung kam sie ins Ziel und dies nicht einmal sieben Minuten nach Christian Mathys. Und dies reichte sogar um in die Top Ten der Männer zu laufen.

Wetterglück im Beverinpark

Auch dieses Jahr stand der "transviamala" unter Wetterglück. Der Föhn mach schön! Angenehme Lauftemperaturen und einmal nicht frieren am Start in Thusis, trugen zum gelungenen Anlass bei. Organisatorisch hat sich der Lauf mittlerweile weiterentwickelt. Was bleibt ist das Kontingend von 1000 Startplätzen und das ist auch gut so.

Marcel Krebs


Resultate Transviamala 2013

Overall Männer

1. Mathys Christian, 1987, Kloten 1:18.45,4 (1)
2. Schwarz Iwan, 1972, Elsau 1:18.48,8 (470)
3. Aemisegger Arnold, 1976, FL-Triesenberg 1:19.06,5 (6)

Overall Frauen

1. Pooley Emma, 1982, Hausen am Albis 1:25.43,3 (764)
2. Burkhart Jessica, 1992, Weinfelden 1:34.29,4 (625)
3. Götz Kathrin, 1979, Bellach 1:37.58,7 (672)

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