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20. November 2011, 20:46
Corrida Bulloise
Im Zeichen des Bullen
Das Volksfest von Bulle ist ein weiteres Mal mit dem wohl originellsten Strassenlauf der Schweiz über die Bühne "gelaufen". 4165 Laufbegeisterte standen auch dieses Jahr auf den Startplätzen. Sieger und neuer Besitzer des Bullen von Bulle wurde der in Genf ansässige Eryträer Abraham Tadesse. Bild: Abraham Tadesse bei der Siegerehrung mit Stadtpräsident Yves Menud. Foto MK
Bulle, 19.11.11 mk (mk) Die Corrida Bulloise ist mehr als ein Städtelauf. Die Corrida Bulloise ist ein Volksfest. Auf der 1km langen Runde stehen die Zuschauer dichtgedrängt am Strassenrand, wo die Läufer auf ihren 10 Runden jedes Mal in anderer Reihenfolge vorbeikommen. Das Fest ist total. Eine Stimmung wie an einer Weltmeisterschaft, nur schöner. Wer das Lauffest von Bulle nicht kennt, ja der hat viel verpasst.
Bulle ist an jedem dritten Samstag im November eine Reise wert. Die dutzende von Ständen wo selbstgebackenes der Vereine probiert werden kann, Bulle wo in den wunderschönen Kaffees eingekehrt werden kann und Bulle wo es sich lohnt rein wegen der Embiance vorbeizukommen.
Afrikanisches Rennfest
Das Eliterennen wird immer zum afrikanischen Lauffestival. Alles war Rang und Namen hat und meistens in der Schweiz ansässig ist, steht am Start. So waren bw. fast alle Top-Ten von Murten-Fribourg zugegen. Die Schweizer Elite angeführt mit Philipp Bandi und Patricia Morceli und der glänzend laufenden Martina Strähl als 5. und der Freiburgerinn Valérie
Lehmann im 6. Rang.
Rangliste Elite Overall
1. Abraham Tadesse Érythrée 23.29,9
2. Tesfay Felfele Érythrée 23.30,8
3. Wodajo Alemayehu Ethiopie 23.34,8
4. Begashaw Hailu Ethiopie 23.38,6
5. Bandi Philipp Schweiz 23.57,5
Rangliste Elite Frauen
1. Muia Jane Kenya 20.13,2
2. Worku Tsige Ethiopie 20.15,7
3. Morceli-Bühler Patricia Schweiz 20.27,2
Gesamte Rangliste
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Reporter Manfred Dysli mit der Sieger in Elite Frauenfeld Muia Jane.






Abraham Tadesse überquert die Ziellinie. "Ich wusste bald, dass ich der stärkste Läufer im Feld bin. In der vierten Runde versuchte ich den Laufrhythmus zu erhöhen und merkte sogleich, dass mir niemand folgen konnte. So wartete ich bis zwei Runden vor Schluss und trat dann trocken an. Ich freue mich sehr über diesen Sieg. Ich bin Profi und weiss das zu schätzen, wenn man eine solche Gelegenheit bekommt. Hier in Bulle zu laufen ist ein Privileg. Die Ambiance, ganz einfach alles, was sich in und um den Lauf dreht, ist einmalig.

Abraham Tadesse wohnt seit 2001 in der Schweiz. Er ist in Genf mit einer Schweizerin verheiratet und hat ein Kind. Die Geschichte des Erythräers ist spannend und zugleich unglaublich. Lassen wir Ihn aber selbst erzählen: Ich kam 2001 über Chiasso in die Schweiz und wurde dann nach Uster im Zürcher Oberland versetzt. Hier besuchte ich Kurse und so nebenbei fragte ich dann beim LV Uster an. Bei uns in Erytrée ist es eben nur Priveligierten erlaubt, auf Bahnen oder in Stadien zu trainieren. Ich gehörte nicht dazu. So war ich mir auch in Uster nicht ganz sicher ob das klapt. Doch ich wurde herzlich aufgenommen und schon bald an den Halbmarathon in Winterthur angemeldet. Ich gewann bei meinem ersten Start in der Schweiz. Ich war happy! So wurde ich dann auch in Uster gefördert. Meine Karriere hat sich seit den Anfängen in der Schweiz wunderbar entwickelt. Ich gewann viele Marathons und Halbmarathons und auch an schnellen Läufen kann ich mich sehen lassen. Als ich dann meine Frau kennenlernte war mir klar, dass wir als Familie auch aufeinander achten müssen. Obwohl ich Uster über alles liebte, bin ich mit meiner Frau nach Genf gezogen. Im Klub in Uster bin ich aber geblieben. In Genf lebt sich ein gefährliches Pflaster und man getraut sich Nachts nicht mehr immer auf die Strasse. Ich wohne in der Nähe des Bahnofes in einer tollen Wohnung mit meiner Familie. Ich bin Profisportler. Das ist auch gut so, ich muss aber auch Geld verdienen und so sind halt die Rennen trotz aller Liebe zum Laufsport auch meine Einnahmequelle und mein Job.


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