Donnerstag, 24. Mai 2012, 16:14:09 Uhr

04. November 2011, 23:41

Ein bisschen Spass muss sein

Die fantastischen Stunden von Luzern

Der diesjährige Lucerne Marathon konnte nicht nur mit einem neuen Teilnehmerrekord brillieren, er übertraf alles bisher dagewesene. Ein neuer Finsiher Rekord mit 8500 durchs Ziel gelaufenen Läuferinnen und Läufer und einer offiziell geschätzten Zuschauerzahl von über 50'000 machten den heutigen wunderschönen Herbstsonntag zum wahrscheinlich grössten Highlight des Jahres in der herausgeputzten Innerschweizer Stadtmetropole Luzern. So wie die berühmte Luzerner Fasnacht war der heutige Lucerne Marathon ein Volksfest der Superlative.

Luzern, 30.10.11 mk-ak (mk) Ein Bilderbuchherbsttag machte den 5. Lucerne Marathon zum Festtag. Temperaturen zwischen 12°und 20° liessen den vergangenen Sommer nochmals Revue passieren. Dies zeigte sich auch im Zuschaueraufmarsch. Die Seebrücke zwischen dem Bahnhof und der Altstadt war von Zuschauermassen belagert, die die Athleten anfeuerten. Ein Plus für den Lucerne Marathon war auch, dass die Einheimischen Läuferinnen und Läufer im Grossaufgebot antraten. So tönte es auf der Brücke in rascher Reihenfolge: Hopp Rainer, Hopp Susi, Go Go Paul etc. etc.....Man wollte seinen Nachbarn leiden sehen und auch wissen, ob die Erzählungen von den grandiosen Resultaten des Freundes auch stimmen. Dies war absolut nicht böse gemeint - man hatte einfach den Plausch seine Freunde am Marathon zu sehen. "Was, Hans ist so schnell?" Ungläubig schaute eine Familie auf ihren "Grossvater", der immer noch rüstig mit seinen 70 Jahren mitten im Teilnehmerfeld mitrannte. Und das hat schon gezeigt, dass der Lucerne Marathon ein Besonerer ist. Hier geht es in erster Linie um die persönliche Leistung und erst dann um den Rang. Das macht auch den Lauf rund um Luzern so sympathisch.

Durchs neue Allmendtunnel

Der neue, noch nicht eröffnete Allmendtunnel war Grund genug einen Start zu wagen. Dort wo in ein paar Monaten ie Zentralbahn Richtung Stans oder Brünig saust, spurteten die Athleten durch den 1500 m langen Tunnel. Das war für alle Sportler ein knalliges Highlight, erstmals durch das Dunkel unter der Allmend durchzurennen. Jedenfalls hat sich die "Tunneleuphorie" bestätigt. Mit Jubelschreien, Juhu und Trallala wurden die Meter Untertage zurückgelegt.

Luzern wie es läuft und wie es lacht

Eine so breit gestreute fröhliche Läuferschar habe ich persönlich noch an keinem Marathon gesehen. Nach dem Motto: "Laufen macht Freude, also feiern wird diese Freude" rannten die Lucerne Marathönler nicht nur um die Wette, sondern auch um das schönste Lachen und die grösste Fröhlichkeit. Diese Ambiente übertrug sich auch auf die Zuschauer. Eine gelöste, fröhliche Feststimmung war somit nicht mehr wegzudenken.

Ganz Luzern läuft mit

Nach dem Motto ganz Luzern läuft mit, haben die Organisatoren einen begeisterten Nerv in der Luzerner Bevölkerung getroffen. Anders ist die Begeisterung am Vierwaldstätter Seebecken nicht zustande gekommen. Wer Laufschuhe im Kasten hat, der ging an den Start. Und wer nicht mitlief, der kam mit Kindern, Kinderwagen, Hund und Rollschuhen irgendwo an die Laufstrecke.

Die Strecke durch den bunten Herbst

Zwei Runden, zweimal über eine ganz tolle Strecke dem See entlang, bis hinauf nach Kastanienbaum und wieder zurück nach Horw, durch den Allmendtunnel wieder an die Kreuzstelle beim Kongresshaus, über die Seebrücke hinaus zum Verkehrshaus und das gleich zwei Mal. Steigungen gibt es nur zwischen Haslihorn und Kastanienbaum und die sind auch noch erträglich. Vielleicht hat sich dieses Streckenkonzept für die Organisatoren deshalb so rasch ausbezahlt. Der Marathon durfte bei seiner 5. Austragung bereits auf 9000 Startende zählen. Ein Grosserfolg für einen so jungen Lauf. Die Zukunft gehört sicher dem Lucerne Marathon, er ist einer der ganz wenigen Marathons in der Schweiz, der sich im stolzen Kleid des Erfolges sonnen darf.

Die Lockerheit bei all den Menschen, die am heutigen Sonntag im, am und um den Lauf an der Strecke standen war geradezu ansteckend. Die vielen fröhlichen Gesichter auf und neben der Strecke passten genau zum Wetter. Mag sein, dass Luzern im Mekka der Fasnächtler ist, übertragen auf den Marathon hat sich diese Stimmung ganz sicher.

Die vielen insgesamt über 30 Musikkapellen feuerten die Athleten an. So war es auch nicht zu verwundern, dass sich manch einer vor die Band stellte, mitsang und erst nach dem Lied wieder weiter lief. Das ist eben Luzern. Ganz einfach so.

Marcel Krebs

Rangliste

Marathon Männer
1. Schoch Woody, 1969, Pany 2:32.08,6 (247)
2. Müller Stefan, 1981, Luzern 2:33.28,3 (1)
3. Lombriser Gabriel, 1981, Büsserach 2:35.10,1 (2135)

Marathon Frauen
1. Jeska Lauren, 1974, GB-Todmorden 2:48.17,0 (778)
2. Mayer-Hofmann Lucia, 1979, Stans 2:56.48,2 (1521)
3. Eggenschwiler Petra, 1988, Laupersdorf 3:01.09,0 (939)

Komplette Ranglisten

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Woody Schoch aus Pany hat den 5. Lucerne Marathon gewonnen. Der 42-jährige Bündner aus Pany siegte in 2:32.08 und verwies dabei Vorjahressieger Stefan Müller aus Luzern auf Rang 2.

 

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