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11. Oktober 2011, 16:44
Premiere mit Panne - Der 1.Irontrail der Schweiz
Er sollte der erste grosse Super-Trail der Schweiz werden. Doch schon im Vorfeld der 200-km-Veranstaltung traten organisatorische Schwierigkeiten auf. Das O.K hat zu wenig recherchiert und dabei vergessen, dass bei gleichem Datum am 8.Juli, bereits die Biker auf der Rothornstrecke unterwegs sind. Der Lauf wurde daher vom ursprünglichen Datum dem 6.-8.Juli 2012 auf den 10.-12.August 2011 verlegt. Dem Lauf, dem man in Fachkreisen wenig Chancen für eine Zukunft gibt, sind damit schon mal die Hände gebunden. So musste man das ursprüngliche Datum nach Vorne verlegen, in den Zeitraum der Königsveranstaltungen, wie die des The North Face Ultra Trail und mindestens drei weiteren königlichen Endurance Trail Wettkämpfen. Im September findet auch der Jungfrau Marathon statt, hier werden die Berglaufweltmeisterschaften am 7.-9. September 2011 auf die Wengener Alp ausgetragen. Da wird es mit einer weiteren Veranstaltung einfach knapp. Der dichtgedrängte Endurance-Trail Kalender lässt keine weiteren Trails mehr zu. (Die Bilder stammen vom neuen Stern am Endurance-Himmel, dem Tor des Géants - 11.-18.September 2011) Bilder Sport-heute.ch)
Zürich, 11.10.11 RED. (mk) Wer also an der ersten Austragung des Irontrail mitmachen will, muss sich bw. gegen den Ultra Trail, gegen den Jungfraumarathon und viele weitere Königs-Veranstaltungen entscheiden. Die Erholungszeit bis zu weiteren Extremläufen ist zu kurz und der Irontrail zu unbekannt, dass Extremmaratoni Geschmack daran finden werden. Das Datum ist als sehr schlecht gewählt. Ob die Streckenführung ebenfalls als "glücklich gewählt" bezeichnet werden darf, ist ebenfalls fraglich. Hoffen wir, dass die Organisatoren wenigstens nicht ganz enttäuscht werden.
Vergleiche mit dem König der Ultra Trails
Der Vergleich in der Werbung mit dem absoluten Königslauf der Endurance-Läufe, dem des North Face Ultra Trails ist nicht gerade glücklich gewählt. Der Ultra Trail wird nicht gerade geschickt als Vergleich herangezogen, wer diesen Lauf aber kennt der weiss, den Mythos Ultra Trail wir man niemals erreichen können. Die Veranstaltung des North Face Ultra Trails wird nicht umsonst als Weltmeisterschaft für die weltbesten Bergläufer genannt. In der vorgezeigten Streckenführung des Irontrail findet man wenig Höhenpunkte, verschweige denn einen Mythos.
Die Zukunft wird es zeigen
In der Flut der Ultras haben es neue Läufe schwer, sehr schwer sogar. Der hochgejubelte 1. Ultra Trail in den Bergen rund um den Pilatus kann davon ein Liedchen singen, kamen trotz Grosssponsor nur wenige Laufbegeisterte an den Start. Zudem findet der Irontrail genau eine Woche vor dem Mountainman2012 statt.
Für die Durchführung eines Endurance Trails braucht es ein grosses Startkapital!
Will man einen solchen Wahnsinnstrail durchführen so braucht es viel Startkapital. Die erste, ja die allererste Austragung ist entscheidend für das Weiterbestehen. In Italien, genau im Aostatale, ist es den Organisatoren gelungen bereits bei der zweiten Austragung das organisatorische Höchstsoll auszuschöpfen. Dazu waren aber der Tourismusverein des ganzen Tales und alle Ortschaften des Tales notwendig, eine solch erfolgreiche Veranstaltung aus dem Boden zu krempeln. Das "Tor des Géants" darf sich am nächsten an die Seite des North Face Ultra Trails stellen. Eine professionelle Organisation, wo Polizei, Tourismus, Skigebiete und ganze Täler involviert worden sind, war das Erfolgsrezept des Tor des Géants. 1567 Helfer!!!! wurden für die 532 Startenden Endurancer nötig. Eine riesengrosse Organisation, die zum Erstaunen - funktioniert hat. Für die Region ist das Tor des Géants ein Erfolg. Aber auch hier schwebt ein Mythos über den Lauf, das Tal und der Läufer, ein Mythos, den man im Bündnerland vergebens sucht.
Zu viele Trails im Mittelmass
Es gibt mittlerweile viel zu viele Marathons und Endurance Läufe, die knapp Mittelmass sind. Dabei unterschätzen alle Organisatoren ihre Idee. Ein Endurance-Lauf findet in einer anderen Welt des Laufsportes statt. Ein Endurance Lauf ist etwas, der für jede Läuferin und jeden Läufer das Grösste im Läuferleben ist, damit es aber das Grösste werden kann, braucht es mehr als Kilometer und ein paar Berge.
Marcel Krebs
für Sport-heute.ch
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