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13. Oktober 2011, 00:13

Sieg unter dem Regenbogen

Hans-Jörg Dörr gewinnt den Schwarzwald Marathon

Der 48-Jährige Zweite der letzten drei Jahre, der deutsche Hans-Jörg Dörr vom TV Hatzenbühl, feiert nach einem fantastischen Rennen einen überragenden Sieg. "Mein heutiger Sieg hat mir alles abgefordert und die Beine Schmerzen so, ich habe noch nie so gelitten wie bei diesem Lauf." Dörr war sichtlich gezeichnet aber überglücklich. Nach 2005 hat er nun zum zweiten Mal in Bräunlingen gewonnen. Zweiter wurde der Schweizer Felix Schenkel vor dem deutschen Rainer Sprich.

Zürich, 9.10.11 mk-ak (mk) Klaus Banka konnte am Sonntag wieder gute Starterzahlen melden. Insgesamt hatten sich wieder über 3000 Sportler an den Veranstaltungen des Schwarzwald Marathons eingeschrieben. Besonders freue ihn, dass das Schülerfeld sich von 75 auf 180 Teilnehmer vergrössert hat. "Das macht mich richtig stolz, dass die Bräunlinger Jugendlichen sich für unseren Lauf entschieden haben", meinte Banka. Der 44. Schwarzwald Marathon musste sich allerdings dieses Jahr mit kälteren Temperaturen begnügen. Am Start waren es zwischen 5-7°, mitten im Schwarzwald zeigte das Thermometer kalte 2° an und teilweise fanden sich die Wiesen im schneebedeckten Zustand.

Das Rennen bei trockenem Wetter

Der diesjährige Schwarzwald Marathon hatte tatsächlich Wetterglück. Während des gesamten Rennens war es trocken und zwischendurch blickte sogar ab und zu die Sonne durch die Wolken. Einziges Handicap für die Läufer war der vielleicht etwas schwere Boden, der so auf die Zeit drückte.
Das Rennen verlief aber spannend, und da heute die Spitze absolut ausgeglichen war, durfte man auf einen tollen Wettkampf hoffen.

Der Massenstart in Bräunlingen zusammen mit den Halbmaratoni ist immer ein Risiko. Die Strecke ist nämlich für beide Gruppen einige Kilometer die Gleiche. So müssen die Maratonläufer am Anfang ihre Kräfte zügeln um ja nicht dem Schnellzugstempo der Halbarathonläufer zu verfallen.

Der spätere Sieger Hans-Jörg Dörr zeigte dennoch auch gestern grosse Routine. Er bestimmte von allem Anfang an bei den Marathonläufern das Tempo. Doch im Gegensatz zu anderen Jahren kam Dörr nicht schon auf den ersten Kilometern weg, sondern hatte Begleitung in Sprich, Hasler, Schenk und Hasler. Dörrs Antritt zwischen Kilometer 16 und 17 hatte aber keiner der anderen Spitzenläufer nur im Geringsten die Stirn zu bieten. Wer Dörrs Lauf bei km 18 sah, war beeindruckt, in welchem Tempo der "ewige Zweite" das Strässchen hinunterspurtete. Dies war die Schlüsselstelle für den Erfolg, wie der Sieger später sagte, aber auch der Ausgang für die schrecklichen Schmerzen, die er bei seinem Effort da einfing. So baute er seinen Vorsprung auf knapp eine Minute aus und mit diesem ging er auf dem zweiten Streckenteil sehr haushälterisch um.

Platz Zwei und Drei war aber längst noch nicht entschieden. Beim Antritt Dörrs vermochte zuerst nämlich nur die Nr.480 zu folgen, der seinen Anhängversuch aber bald begraben musste und aufgab. So blieben nur noch Schenk, Sprich und Hasler für die Verfolgung übrig. Der Schweizer Schenk war bei km 18 noch Vierter. Wie er nach dem Rennen sagte, blies er zwischen km 32 und 33 zur Attacke und schloss zuerst zu Sprich auf überholte ihn und lief dann weiter zum Zweiten mit der Nr.480 und zog gleich in hohem Tempo an ihm vorbei. "Für mich war dann das Rennen gelaufen und ich glaubte an den zweiten Rang." so Schenk. Und weiter meinte er: "Dörr konnte ich nicht mehr holen, denn der lief an der Spitze ein hohes Tempo, das mir höchstens noch eine Zeitverbesserung zuliess. Ich bin aber glücklich heute auf dem Podest zu stehen. In meinem Alter (47) ist es nicht mehr selbstverständlich in einem so starken Rennen aufs Podest zu laufen. Ich bin glücklich, dass es geklappt hat.

Ein überglücklicher Sieger

Der Sieger Hans-Jörg Dörr hatte heute nicht mit so einer Anstrengung gerechnet. Für ihn gab es auf den letzten Kilometern nur ein Zähnebeissen. "So habe ich noch nie gelitten. Da waren die vorherigen Schwarzwälder ein Honigschlecken. Der Ablauf bei km 18 hat mir einen gewaltigen Strick durch die Rechnung gemacht. Oh! Tun mir die Oberschenkel weh! Abgekämpft sah er aus, der dreimalige Zweite, der einstige Sieger und der neuen Mister Schwarzwald - doch überglücklich.

Ein zufriedener Organisator

OK Präsident Klaus Banka sah mehr als zufrieden aus. Der Startverzicht seines Schützlings, Favoriten und Spitzenläufer Matthias Stegbauer, der wegen seiner Achillessehne Forfait geben musste, doch noch einer aus "der Familie" gewann. Der Sieger Hans-Jörg Dörr ist ein enger Freund von Banka. Klaus Banka durfte aber auch mit der Neuorganisation seines Laufes mehr als zufrieden sein. Die übersichtlichen, grossen Schilder, die die Läufer auf die entsprechenden Kontaktorte hinwiesen. Die neue allgemein gestraffte Organisation, zeigte sich an der Veranstaltung als das genau Richtige. So waren auch die Startmeldungen dieses Jahr steigend.

Resultate
Männer Overall

1. Dörr, Hans-Jörg 65 GER TV Hatzenbühl/Dudenhofen 2:45:01
2. Schenk, Felix 64 SUI Run-Fit Thurgau/Wigoltingen 2:45:52
3. 288 Sprich, Rainer 72 GER LG Baar/Eisenbach 2:46:17
4. Hasler, Bruno 71 SUI Run-Fit Thurgau/Rickenbach 2:48:00
5. 178 Wolf, Christian 73 FRA Sport Evasion Centre Alsace/Artolsheim M35 2:50:18

Frauen Overall

1 Doll, Steffanie 88 GER SZ Breitnau/Hinterzarten WHK 1 3:00:34
2 18 Kollmeyer, Katrin 77 GER Spiridon Frankfurt/Frankfurt W30 1 19 3:03:31
3 398 Lutz, Sonja 73 GER SV Kirchzarten/Freiburg W35 3:13:43
4 339 Siefert, Jutta 69 GER LSG Karlsruhe/Karlsruhe W40 13:23:27
5 375 Gallasch, Katja 77 GER LG Salemertal/Salem W30 3:23:38

Gesamtrangliste Marathon

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