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07. September 2011, 16:22
In der Einsamkeit der Berge
Der Wahnsinn auf den Höhenwegen des Aostatales
Keiner glaubt es! 24000 Höhenmeter, 330km Länge und das alles am Stück. Die Extremis der Gegenwart stehen ab dem 10.September 2011, zum zweiten Mal vor der Prüfung, der Prüfung die ans Lebendige geht. Auf 500 Starter ist das Glück gefallen. Der Rest von über 300 Extremis bis jetzt, wurde auf nächstes Mal vertröstet, sofern sie sich genug früh anmelden. Foto TOR DES GEANTS ®Stefano Torrione
Abstieg vom Col de la Crosatie zum Lac du Fond und nach Planaval..2010.
Zürich, 1.9.11 mk (mk) Wenn am 10.September die 500 Extremis in Courmayeur auf die Strecke geschickt werden, nehmen 500 der aussergewöhnlichsten Läufer die 330km unter die Füsse. Ankommen werden schlussendlich gut dreihundert. Der letzte Läufer wird erst 60 Stunden später als der Sieger eintreffen. Die Tradition will es, dass er dann von den diesjährigen Siegern auf den letzten hundert Metern durchs Ziel getragen wird. Im Gegensatz zu den Ersten, wird er seine Blattern an Füssen und Händen einzeln zählen können und er wird zählen, zählen und nochmals zählen. Der Schmerz war gross, die Zeit war lang, doch nur das Durchkommen zählt. Wie ist egal, und wenn der Schmerz noch so gross ist. Das Gefühl diese Prüfung, die Prüfung des Tor des Géants gemeistert zu haben, macht nicht nur die Sieger glücklich.
Die Facts
330 km Länge
24,000 Höhenmeter
150 Stunden Laufzeitz im Maximum, verteilt auf 6 Lauftage, 6 Nächte und 6 Stunden.
Die Rekordzeit von Ulrich Gross war 80 Stunden und 27 Minuten.
1200 Helfer
500 Runners
22 Länder mit ihren Läufern
7 Verpflegungs- und Erholungsstationen
43 Verpflegungstationen an verschiedenen Punkten
32 Gemeinden
25 Bergpässe über 2000 Meter
30 Bergseen
1 National park
1 Regional park
Bei der ersten Austragung gab es:
- 330 Runners am Start
- 179 Finisher
- 54% the “Finishers”
- 164 Men, 15 Women
- Das Alter der Läufer bewegte sich von 20-70.
- Die Sieger waren das Geschwisterpaar Ulrich and Anne Marie Gross
Die Website des Veranstalters - Der Lauf
Der Film
LÄUFER AUS 22 LÄNDERN
- Italie 206 inscrits
- France 118 concurrents
- Espagne 54
- Belgique 26
- Suisse 16
- États-Unis 14
- Canada 13
- Japon 13
- Allemagne 12
- Portugal 6
- Hongrie 5
- Royaume-Uni 4
- Autriche 4
- Pologne 3
- Le Danemark, Finlande, Luxembourg, Pays-Bas, Saint-Marin, Slovénie, Grèce, Réunion et la Coureur Répresentent
Altersstruktur
- moyenne d'âge 45 ans
- concurrent le plus âgé 72 ans
- concurrent le plus jeune 24 ans
- 51 femmes
- 455 hommes
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Die Sieger laufen kurz vor Zielschluss mit dem letzten durchs Ziel. Foto TOR DES GEANTS ® Marco Spataro. Das Interview mit Annemarie Gross: SPH: Deine Leistung ist ja aussergewöhnlich, was treibt eine Leichtathletin zu solchen Mamutwettkämpfen? MG: Ich laufe seit Jahren, mit der Zeit bin ich vom Marathon zu Swiss Alpin, Transalpin, 100 km, 24-Stundenläufe, Spartathlon, zu den Ultratrails gekommen. Die Freude am Laufen, neues zu erleben und neue Herausforderung zu suchen, Abenteuer pur und hautnah. SPH: Nach Deinem letztjährigen Sie, gehst Du dieses Mal als Titelverteidigerin an den Start, ist das anders als beim ersten Mal? MG:Es ist einiges anders, mich kennen inzwischen viele, die Erwartungen sind größer als Titelverteidigerin und somit auch der Druck. Ich werde versuchen nur für mich alleine zu laufen und auf meine innere Uhr und den Körper zu hören. SPH: Wie bereitest Du Dich auf solche Prüfungen vor? MG: Durch intensives Training und längere Läufe am Wochenende gemeinsam mit meinem Bruder. SPH: Kennst Du überhaupt Schmerzen oder hat man als Spitzenläuferin während des Laufes keine? MG:Es ist logisch, dass bei diesen Distanzen auch die Schmerzen kommen werden. SPH: Nachts, wenn alles schläft - Du allein da draussen, wie gehst Du damit um? MG:Ich konzentriere mich auf meinen Lauf und versuche die Stille um mir herum zu genießen. Die Nacht kann auch Abenteuer sein. SPH: Lösen auch bei einer Spitzenleistung die Erklimmung eines Gebirgpasses, wenn Du oben bist Emotionen aus, blickst Du in die Landschaft oder gehst Du nach dem Motto "Kopf runter und weiter"? MG:Es ist etwas Besonders und wunderschön beim Sonnenaufgang auf einem Gipfel zu stehen. SPH: Jeder hat grosse Wünsche im Leben, erzählst Du mir Deinen? MG: Die Wünsche sollten nicht zu groß sein, dann gehen sie eher mal in Erfüllung. Mein nächstes Abenteuer könnte ein Wüstenlauf oder der "Bad Water-Lauf" sein. SPH: Wie müsste eigentlich Dein Wunsch Extremlauf aussehen? Kommt das Tor de Geants Deinem Wunsch nahe? MG: Tor des Geants wird als der härteste Ultratrail der Welt bezeichnet, den gefinisht zu haben oder gar gewonnen zu haben ist sicher der Wunsch eines jeden Extremläufers. Es gibt noch viele ander Extremläufe in der Welt, die eine große Herausforderung darstellen. SPH: Vielen Dank und bis Courmayeur.

Interview mit dem letztjährigen und ersten Sieger des Tor des Geants Ulrich Gross aus Meran. SPH: Als Titelverteidiger gehst Du nun zum zweiten Mal an den Start. Machst Du dieses Mal etwas anderes oder hast Du bereits etwas anderes auf den Lauf hin gemacht - hast Du Dich anders vorbereitet und wie hast Du Dich vorbereitet? UG: Heuer ist alles ganz anders und zwar erinnert dich jeder an diesen lauf. Letztes Jahr wusste niemand das ich einen solchen Wettkampf mache nicht mal ich. Ich habe meine Tasche erst im letzten Moment gebackt um 23 00 Uhr, in der Früh ging es dann los. Habe eigentlich kaum was verändert habe jeden Moment vom Training genossen. Ich kam ungefähr auf eine 20 Stunden Woche hin mal mehr mal weniger einige Einheiten habe ich auf dem Ergo Bike absolviert um mich zu schonen. Das meiste Training habe ich bei mir in der Nähe auf einem Hochplateau auf 1600 ü/M gemacht. SPH: 330KM 24000 Höhenmeter sind gewaltig. Was braucht es da um durchzuhalten? UG:Ja das ist schon gewaltig man darf einfach nicht daran denken. Um einigermaßen durchzuhalten braucht es einen guten Kopf. Man muss alles Negative ausblenden die Schmerzen vergessen und aus den Tiefs wieder hochkommen. SPH: Wie gehst Du mit der Einsamkeit während dem Lauf um? UG: Einsam ist man erst ab dem ersten Tag. Mein Beruf ist Hausmeister in einer Wohnanlage, die Frau geht zur Arbeit und die Kinder sind dann bei mir 4 und 9 Jahre die brauchen immer Beschäftigung . Von der Früh bis Abend klingelt das Telefon. Es tut mal richtig gut so einsam zu sein und nichts um die Ohren zu haben. SPH: Hat auch ein Spitzenextremi wie Du mal ein Tief während des Laufes oder laufen die Tage reibungslos ab? UG: Natürlich hat man auch Tiefs. Es ist aber immer schön in dem Moment wo du aus dem Tief herauskommst und wieder voll Energie Strahlst "Du glaubst bist Unsterblich". SPH: Magst Du Dich an ein besonders schönes Erlebnis am Tor des Geants vom letzten Jahr erinnern? UG: Den Zieleinlauf wo ich alles hinter mir gelassen hatte (die Gegner, die Schmerzen und die Müdigkeit) SPH: Erzähl mal von Deinen Gefühlen, die Du auf die Austragung hin in ein paar Tagen hast? Freude, Spannung etc. UG: Der normale Sieger hat die Siegerehrung am selben Tag und fährt nach Hause. Bei mir war es so ich kam Mittwoch ins Ziel und die Siegerehrung war erst am Sonntag. Bis dahin sind die verrücktesten Sachen passiert : am Donnerstag 11 00Uhr hält die Polizei mitten in der Straße kein Auto kommt vorbei. Gratuliert uns und unterhält sich mehrere Minuten mit uns. Eine Oma hat uns erkannt und wollte ein Autogramm für ihren Sohn. Bis Sonntag ging es immer so weiter. Zu Hause bin ich mit all dem wochenweise eingeschlafen. SPH: Wie war das beim letzten Sieg, bist Du einfach gelaufen oder hast Du irgendwo Deine Gegner mit einem Kick oder einer Tempoverschärfung distanziert? UG: Ich bin einfach gelaufen , dann war ich Dritter auf einmal Zweiter das gibt es doch gar nicht und dann schon am zweiten morgen Erster. Ich hab mich dann kurz hingelegt denn es war kein gutes Gefühl als Erster. Ich stand so richtig unter Strom. Ich bin dann wieder hinter dem ersten ganz locker hergelaufen bis am Abend wo wir noch zwei Stunden zusammen gemacht haben. Dann merkte ich, jetzt bin soweit. Ich habe eine Verpflegungsstelle genutzt um mich abzusetzen. Später als ich schon einige Stunden Vorsprung hatte lief ich immer noch als ob der Gegner hinter mir wäre. SPH: Hat man als Führender nicht Angst, wieder eingeholt zu werden, macht das in den Bergen nicht ängstlich und man denkt im Dunkeln immer wieder, hör ich hinter mir nicht Schritte? UG: Ja als Führender hat man Angst ständig eingeholt zu werden.Das Gefühl konnte ich erst auf der Zielgeraden ablegen. Bei jeden Blatt das rauschte jeden Stein der wegrollte sah ich den Gegner hinter mir. Das einzige was beruhigt ist, immer schneller zu laufen ….. der kann:))Was gibt Dir der Extremlauf persönlich? UG:ich laufe aus leidenschaft ich mache es gerne habe nie so richtig daran gedacht. Es ist schön wenn man Müde ist noch schöner wenn man sich wieder Erholt hat. Die Entfernung die man schaft.Die Tiefs die man erlebt hat. Einfach alles zusammen ist Wunderbar zu Erleben. SPH: Dein Herzenswunsch? UG:Meine Freunde nicht zu entäuschen. TOR DES GEANTS ® Stefano Torrione Salita al col d’Arp, sullo sfondo il Monte Bianco.


