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09. August 2011, 15:29
Martin Schmid und Lizzy Hawker gewinnen Doppel Marathon
Der Gondo Event in einer grossartigen Alpenwelt!
Martin Schmid und Lizzy Hawker sind die prominenten Sieger des diesjährigen Gondo Events. Der Walliser Kantonspolizist, der aus Vergnügen über die Berge läuft und laufen als Ausgleich zum Beruf betreibt und die smarte Engländerin Lizzy Hawker, die laufen als gesetzte Läuferin ihres Gross-Sponsors North Face betreibt, könnten in ihrer Laufmotivation nicht gegensätzlicher Art voneinander sein. Schmid, der morgen wieder Streife fährt und Hawker die sich Montags beruflich weiter auf ihr Saisonziel, den North Face Ultra Trail in Chamonix vorbereitet, sind beide excellente Laufnaturen. Auf der doppel Marathonstrecke von Gondo VS nach Brig und zurück, siegten sie in beiden Etappen.
Gondo, 7.8.11 mk (mk) Der diesjährige Gondo-Event hatte zwei gänzlich verschiedene Gesichter. Der Samstag glänzte noch mit abwechslungsreichem Sommerwetter, wogegen es am Sonntag so richtig hammermässig aus allen Kübeln schüttete. Doch allen Wetterwirren zum Trotz, zog das Völklein der Ultrarunners über die Säumerpfade eines der eindrücklichsten Naturwunder der Schweiz, des Simplonpasses. Der Gondo-Event ist nachwievor der Geheimtipp der Ultrarunners. Klein aber fein! Doch lange wird sich diese Veranstaltung nicht mehr verstecken können. Der Gondo-Event verlangt dem echten Ultrarunner nicht nur alles ab, er wird auch wegen seiner Vielfalt , seiner gnadenlosen Wegführung durch steilstes Gelände und durch einmalige Naturschauplätze, zu Recht als Doppel-Marathon der hartgesottensten Läufer gehandelt. Wer zwei Tage durch das fantastische Simplongebiet rennt, kriegt nicht nur einige Kratzer ab, er nimmt auch ein einmaliges und eindrückliches Ultrawochenende mit nach Hause.
Bleiben soll er, wie er ist – klein aber fein!
In der grossen Welt der Runners angekommen, ist der Gondo-Event noch nicht. Auch nach seiner zehnten Austragung konnte das Läuferparadies von der Masse noch ferngehalten werden. „Dem ist auch recht so“, meint der amtierende Gemeindepräsident von Gondo Roland Squaratti. Für Gondo und die Läuferschar soll der Event der einmalige wunderschöne Lauf, der er im Moment ist, so bleiben. Das Fest, das im aufgebauten Festzelt nach der Zielankunft der Läufer stattfindet, gehört neben dem Fasnachtsanlass im Februar zu den zwei Highlights von Gondo, der Grenzstation zu Italien. Und wenn zum Schluss der Veranstaltung, jeder Läufer mit Namen einzeln aufgerufen wird, möchte man dies so auch beibehalten. In Gondo hilft am Laufwochenende das ganze Dorf mit, den Anlass reibungslos durchzuführen. Die Sporthalle und das Schulhaus werden zu Schlafsälen für die Läufer und Begleiter umgebaut und damit Food und Getränke reibungslos im Festzelt an den Mann und die Frau gebracht werden können, braucht es eine gut organisierte Küchenmannschaft. Ok Präsident Christian Gasser hat den Ablauf und den Event sicher im Griff und hält das Wochenende mit über 110 Helfern aus Gondo und der Talregion sicher aufrecht.
Zwischen überhängenden Felswänden und einem Wasserfall
Gondo, das Grenzdörfchen zu Italien zählt genau 98 Einwohner. Der Felssturz im Jahre 2000, hat ganze Familien ausgelöscht und schweres Leid über das Dorf und die gesamte Talschaft gebracht. Roland Squaratti hat wie viele andere Bewohner bei dem Felssturz ebenfalls zwei Brüder verloren. „Zwei Minuten vorher, stand ich noch genau an der Stelle wo die Schlammwalze nach dreittägigem Dauerregen innert 15 Sekunden alles mitgerissen hat.“ so der Gemeindepräsident. Und auch der fünfmalige Gondosieger Martin Schmid aus Zermatt, hat seine Erinnerungen an die verheerenden Unwetter. „Als junger Kantonspolizist, wurde ich als einer der Ersten zur Absperrung der Strassen abkommandiert.“ Mag sich der souveräne Sieger an die Zeit vor bald 11 Jahren erinnern.
Alt-Bundesrat Adolf Ogi kommt auf Besuch
Wie die Leistung des Dorfes von hohen Persönlichkeiten eingeschätzt wird, zeigte am Sonntag Alt – Bundesrat Adolf Ogi, der als Chef des damaligen Militärs die Gondotragödie miterlebte. „Was die Bewohner von Gondo in den gut zehn Jahren aus ihrem wieder neu entstandenen Gondo gemacht haben verdient grössten Respekt und Hochachtung. Ich bewundere die Leute hier am äussersten Ecken der Schweiz. Ich bin aber auch tief beeindruckt, von der Veranstaltung und begrüsse natürlich als ehemaligen Sportminister und Botschafter der UNO diesen Anlass. Mein Respekt!
Das Rennen
Gegensätzlicher könnten die beiden Sieger des Rennens nicht sein. Auf der einen Seite der fünfmalige Champion Martin Schmid aus Zermatt, der Ultraläufe zum Vergnügen und Ausgleich macht und andererseits die Seriensiegerin und Profiläuferin Lizzy Hawker, die neben Bergsteigen, Laufen zum Beruf gemacht hat. Martin Schmid, das Laufnaturtalent aus Zermatt siegte auch dieses Jahr an beiden Tagen in souveräner Art. Der Walliser Kantonspolizist entpuppte sich dabei als wahrer Laufpilot auf dem kurvenreichen Simplongelände. Doch auch ihm machten die 350 Meter Höhendifferenz kurz vor Schluss hinauf aufs Furggu schwer zu schaffen. Lizzy, die bereits letztes Jahr den Doppelmarathon als Vorbereitung für den Ultratrail gelaufen ist, hatte den auch sehr, sehr viel Respekt von der Strecke. Sie kannte dennoch auch gegenüber ihrem Körper keine Gnade und zog beide Tage voll durch.
Der Marathon am zweiten Tag darf als härter eingestuft werden, überwindet er doch gleich zu Beginn vom Startort in Brig hinauf zum Simplonpass 1300 Höhenmeter, was bei der diesjährigen Austragung noch mit dem Dauerregen zusammenfiel. Nur die härtesten Ultranis konnten dem erbarmungslosen Wetterumsturz entgegensetzen. Dabei wurden die schmalen Säumerpfade zu Rutschpartien. Konzentration war neben der Kondition das, was am zweiten Renntag gefragt wurde.
Marcel Krebs
Redaktionelles: Im Moment bin ich in den Bergen und so ist der Empfang mit meinem Stick nicht immer optimal, so dauert es etwas länger. Es folgen noch die Kids sowie Bilder vom Fest und von allen Läufen und Interviews.
Gesamtrangliste 2011 (
Pdf, 247 kB)
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Rudolf Mahlburg ist der Vater der Bewegung www.laufendhelfen.de Der Initiant möchte mit anderen zusammen nicht nur laufen, sondern auch behinderten Kindern helfen. Der ausgebildete Elektroingenieur Mahlburg ist dafür extra mit dem Traktor aus Rastatt in Baden-Würtemberg nach Gondo gereist. 3 1/2 Tage war er unterwegs. Einzig der Anlasser machte kurz vor dem Ziel in Simplon-Dorf nicht mehr mit. Mahlburg möchte mit seiner Idee bei jedem Schritt laufen an die denken, die dringend Hilfe nötig haben und dafür auch etwas für die Hilfsbedürftigen tun. Rudolf Mahlburg strahlt förmlich Güte aus und so ist man bald nicht mehr erstaunt, dass Mahlburg sein Leben und sein Laufen den Menschen widmet, die es nötig haben und auf viel Hilfe angewiesen sind.

Von Rastatt nach Gondo in 3 1/2 Tagen. Die zündende Idee! Das Gefährt von Rudolf Mahlburg.


Adolf Ogi war wohl der eindrücklichste Schweizer Bundesrat der letzten 20 Jahre. Adolf Ogi, der im Jahre 2000 den Militäreinsatz bei der Katastrophe von Gondo koordinierte, liess es sich nicht nehmen, Gondo an einem der grossen Events zu besuchen. Marcel Krebs sprach mit dem nachwievor in über 20 Institutionen tätigen Alt-Bundesrat, der seit zwei Jahren unter anderem auch für die Fifa als Botschafter tätig ist. Herr Alt-Bundesrat, wie lancierten Sie Ihre Karriere? BR.A.Ogi: Ich war ein braver Primarschüler, kein Streber aber doch ein Lernbegieriger. Der Rest war grosses Glück, das ich immer in meinem gesamten Leben geniessen durfte. SPH: Was haben Sie für eine Beziehung zu Gondo? ABR Ogi: Gondo hat tiefes Leid erlebt, viele Menschen haben damals vor fast 11 Jahren alles verloren, haben ihre Liebsten verloren, ganze Familien wurden ausradiert, das Schicksaal des Dörfchens hat mich nie mehr losgelassen. Ich selber habe vor zwei Jahren erfahren, was es heisst einen lieben, nahestehenden Menschen zu verlieren. Mein Sohn ist an seiner schweren Krankheit im jungen Alter gestorben, das kann man ganz einfach nie mehr vergessen. Was ich aber heute hier sehe, verdient grossen Repekt. Was die Leute in Gondo geschaffen haben, wieder aufgebautt haben, ist grandios. SPH: Wie sehen Sie die Veranstaltung vom Gondo-Event? ABR Ogi: Was ich hier heute angetroffen habe, ist eine Meisterleistung. Stellen Sie sich vor, ein ganzes Dorf ist begeistert dabei und als ehemaliger Sportminister bin ich natürlich ebenso von den Leistungen der Sportler beeindruckt. SPH: Herr Ogi, Sie treten ja nun ein bisschen kürzer - Sie sind aber auch der Mann der kurzen prägnanten Sätze, die Weltruhm erlangt haben (Freude herrscht!)wie würden Sie ihr Leben in einem solchen Satz beschreiben? ABR Ogi: KAM, HATTE GLÜCK, STIEG WIEDER AUS! (Bild)Alt-Bundesrat Adolf Ogi zusammen mit dem Gemeindepräsidenten von Gondo Roland Squaratti.



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