Sonntag, 19. Mai 2013, 22:58:22 Uhr

14. November 2008, 11:34

Die 74. Austragung eines traditionellen Wettkampfes

Am Sonntag findet die 74. Austragung des Frauenfelders statt. Längst haben andere Austragungsorte aufgegeben - der Frauenfelder lebt immer noch. Mindestens dieses und nächstes Jahr bei seiner 75. Austragung, wird der Wettmarsch in seiner bisherigen Form bleiben. Die Zukunft in Frauenfeld ist aber gesichert - mit oder ohne Militärkleider. Seit vielen Jahren findet parallel der Frauenfelder Marathon und der Halbmarathon statt. So wird das grossartige Lauferlebnis der verwegenen Militärmänner immer in Erinnerung bleiben.

Brüttisellen (mk) Wenn am Sonntagmorgen nach neun Uhr die übrig gebliebene Schaar der Militärwaffenläufer mit einem Kanonenschuss auf die Strecke geschickt wird, ist es mit grösster Wahrscheinlichkeit das Zweitletztemal wo diese Traditionsveranstaltung in den grünen Kleidern über die Bühne geht.

Nächstes Jahr bei der 75. Jubiläumsveranstaltung wird Schluss sein. Der Frauenfelder ist damit aber noch lange nicht gestorben. Er lebt weiter, wird vielleicht in den zivilen Marathon integriert. Das ist der Lauf der Zeit, so ist das Leben. Viele tratitionelle Militärwettkämpfe haben die Fühler gestreckt, der Frauenfelder hat bis heute durchgehalten. Das grösste Problem des Militärwettkampfes, sind die fehlenden Wettkämpfer. Niemand will sich mehr im grünen Tenue durch die Felder und Wälder quälen. Aber zum Erstaunen aller, sind die Spitzenläufer geblieben.

Patrick Wieser der Schweizermeister, Schweizermeister im Halbmarathon und sensationeller Dritter am legendären Jungfrau-Marathon, gilt auch international zu den grössten Marathonhoffnungen der Schweiz. Der im Range eines Oberleutnants startende Wieser findet diese Militärwettkämpfe cool, tratitionell und toll. Aber auch Marc Berger und viele andere junge Sportler, die alles Spitzenläufer sind, geben den letzten Wettmärschen das gewisse Etwas und versprühen Jugend, Sport und Sicherheit. Schade. Die Alten, die ausgeharrt haben und 30, 40, ja über 50 Frauenfelder in den Beinen haben werden am Sonntag nochmals alles geben und die Stimmung wird gross sein, bei den rund 170 Startenden und der Bevölkerung. Leben wir alle noch einmal, noch zweimal die grossartige tratition einer einmaligen Sportart, die weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist und bewundert wird.

In einem Jahr, wenn der letzte Militärwettkampf mit der 75. Jubiläumsaustragung in der tratitionellen Art über die Bühne geht werden sicher Tränen fliessen, Tränen der Freude aber auch Tränen des Abschiedes von einer einmaligen und aussergewöhnlichen Austragung. Die Freude wird aber sicher überwiegen. Der Frauenfelder wird auch dann weitergehen, wenn auch in einer anderen Form. Geniessen wir alle zusammen das Laufwochenende am kommenden Sonntag.

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Der letztjährige Sieger des Frauenfelders, Schweizermeister Patrick Wieser.