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09. Juli 2011, 10:55
Salomon 4 Trail 3. Etappe
Der dominierende Läufer der SALOMON 4 TRAILS-Premiere hat auch die dritte Etappe für sich entschieden: Tom Owens benötigte für die 31,10 Kilometer und 1.854 Höhenmeter von Imst nach Landeck nur 3:18:45.9 Stunden und untermauerte damit seine diesjährige Ausnahmestellung. Philipp Reiter, deutsche Nachwuchshoffnung im Berglauf und Trailrunning, platzierte sich wie an den Tagen zuvor als Zweiter (3:22:03.5) hinter dem Schotten. Sein Landsmann, Ultralauf-Spezialist Matthias Dippacher, rundete das Männerpodium als Dritter ab (3:25:00.4).
Zürich, 9.7.11 mk (mk) Zwar ist Tom Owens weiterhin das Maß aller Dinge beim viertägigen Etappenrennen über die Alpen, doch heute wackelte der Vorzeigeathlet von der Insel das erste Mal. Weit über die erste Verpflegungsstelle (Alpengasthof Plattenrain) hinweg, bis zur Venetalphütte, hatte Reiter nicht nur den zweimaligen Transalpine-Run-Sieger auf Augenhöhe begleitet, sondern auch teilweise das Tempo diktiert.
Das 19-jährige Talent war das erste Mal mit Stöcken unterwegs gewesen und profitierte vor allem im Anstieg von der erlaubten Hilfe. „Das hat super funktioniert“, so Reiter, der zugab, „dass ich heute Tom schnappen wollte.“ Allerdings wurden dem Läufer aus Bad Reichenhall im langen Querweg zur Glanderspitze (2.512m), dem einzigen zu querenden Gipfel heute, sein unterstützendes Utensil zum Verhängnis.
„Ein Stock ist im Gebüsch hängen geblieben und gebrochen. Mich hat es danach geschmissen“, so der mit einer Schürfwunde am rechten Schienbein gezeichnete Bayer. „Danach war ich einfach zu unsicher unterwegs“; und der Weg frei für Owens dritten Etappensieg in Folge.
„Philipp (Reiter) war heute stark unterwegs. Das war gut für mich. Es war ein wunderschöner Kurs und ich bin wirklich sehr zufrieden, wie es für mich gelaufen ist“, so Owens. Der 29-Jährige muss auf der morgigen Königsetappe zum Abschluss der SALOMON 4 TRAILS (nach Samnaun, SUI) „nur“ noch den knapp 25minütigen Vorsprung verwalten.
Doch der erfahrene Trailrunner weiß auch, was auf ihn zukommt: „Mir tun jetzt schon die Füße weh. Und morgen kommt ein echtes Monster. Das wird richtig hart.“
Aus für die schnellste Frau im Feld
Hart war es allerdings schon heute für die bis dato schnellste weibliche Teilnehmerin. Gaby Steigmeier, Führende der Master Women-Kategorie (40+) und zudem schnellste Frau im Feld, entschied sich heute bereits an der ersten Verpflegungsstelle aufgrund von gesundheitlichen Problemen auszusteigen.
Nach dem überraschenden Aus der in Brülisau lebenden Schweizerin ist damit die Tür weit auf für die Österreicherin Katharina Rossi, die heute nach 4:46:16.5 Stunden Erste wurde und das Weiße Leader-Jersey übernahm. Zweite bzw. Dritte wurden die beiden Deutschen Gabi Eisele (5:05:47.5) und Christine Gehmacher (5:08:13.0).
Zielsprint um den Mastersieg
Bei den über 40 Jahre alten männlichen Teilnehmern wurden die Zuschauer im Landecker Ortskern heute Zeugen des bislang knappsten Rennausgangs. Denn am Ende hatte Anton Philipp (GER, 3:25:33.1) gerade einmal 1,3 Sekunden Vorsprung auf seinen österreichischen Kontrahenten Seppi Neuhauser (3:25:34.4), der seinerseits den Master-Leader Dr. Thomas Miksch (GER, 3:25:43,2) nur knapp in die Schranken verwies.
Allerdings hätte wohl niemand, selbst Philipp nicht, damit gerechnet, dass er am Ende als Sieger der heutigen Etappe hervorgehen würde. An der ersten Verpflegungsstelle lag „Dodo“ gut 1:30 Minuten hinter Miksch, Echtler und Neuhauser, arbeitete sich aber im weiteren Rennverlauf Position um Position nach vorne.
„Die Routenführung ist mir heute entgegen gekommen. Ich bin stärker, wenn es einmal hoch und runter geht. Wäre heute noch ein Gegenanstieg gekommen, wäre es wohl anders ausgegangen“, so der siegreiche Allgäuer.
Neuseeländerin gibt in der Damenwertung den Ton an
Mit ihrem zweiten Etappensieg (4:11:21.1) in Folge hat Anna Frost heute ihre Favoritenrolle in der Damenkategorie unterstrichen. Die Neuseeländerin kam mehr als zehn Minuten vor ihrer deutschen Salomon-Teamkollegin Julia Böttger (4:22:01.0) ins Ziel, die vor der finalen Etappe nach Samnaun ob einer weiterhin ärgerlichen Knieverletzung und knapp 25 Minuten Rückstand auf Frost nur noch theoretische Chancen auf den Sieg hat.
Allerdings gab „Frosty“, so der Spitzname der Läuferin von „down under“, zu bedenken, dass „ich nicht gedacht hätte, dass die SALOMON 4 TRAILS so anstrengend und steil werden würden. Ich bin seit dem ersten Tag müde“, so die Trailrunnerin, die im Vorfeld des Events mit einigen Knöchelverletzungen zu kämpfen hatte, wodurch die Vorbereitung der beiden letzten Monate arg gelitten hatte.
„Ich hatte bislang einen schrecklichen und zwei gute Tage“, so die 29-Jährige weiter, die mit einer gesunden Nervosität in den letzten Renntag gehen wird.
Stefanie Felgenhauer (GER, 4:38:59.3) kam wie bereits gestern als Dritte ins Ziel.
Senior Master-Leader mit drittem Sieg
Wie Tom Owens bei den Männern sicherte sich auch Winfried Huber bei den ältesten Teilnehmern, den Senior Mastern mit einem Mindestalter von 50 Jahren, heute seinen dritten Etappensieg. Der Greilinger benötigte für die dritte Etappe 4:03:26.4 Stunden und verwies damit Stefan Sigron (SUI, 4:13:09.6) und Rainer Kelch (GER, 4:34:48.4) auf die Plätze zwei und drei.
Damit liegt der Bayer bei nur noch einer ausstehenden Etappe knapp 1,5 Stunden vor seinem schärfsten Konkurrenten um den Titel; ein Vorsprung, der umso höher einzuschätzen ist, wenn man die Geschichte des 1960-Geborenen bedenkt.
Vor zwei Jahren stürzte der passionierte Gleitschirmflieger in Äthopien ab, zog sich eine Wirbelfraktur zu, musste ein Jahr komplett pausieren und ist seit erst knapp zwölf Monaten wieder im Lauftraining. „Ich hätte nie gedacht, dass ich so weit vorne bin. Ich lebe wieder und wie. Das ist ein super Gefühl.“
Allerdings schränkte der für das Team HNO-Holzkirchen startende Läufer auch ein, „dass ich nie bergab gelaufen bin. Ich kann hoch rennen, Marathons laufen aber nicht bergab. Mal sehen, wie lange die Knochen das morgen durchhalten.“
Vorschau Etappe 4: Landeck (AUT) – Samnaun (SUI)
Königsetappe zum Abschluss (45,30 km, 2.909 Hm)
Der letzte Tag bringt mit über 45 Kilometern Strecke und fast 3.000 Höhenmetern im Aufstieg die körperlich anspruchsvollste Etappe, in deren Verlauf auch der höchste Punkt der SALOMON 4 TRAILS, die Ochsenscharte (2.787m), überquert wird.
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