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06. Juli 2011, 21:14

Tom Owens wird Favoritenrolle gerecht – Der Schotte siegt auf Auftaktetappe

Tom Owens hat die Auftaktetappe der SALOMON 4 TRAILS-Premiere, einem viertägigen Trailrunning-Event über die Alpen, für sich entschieden. Der 29-jährige Schotte absolvierte die 36,2 Kilometer und 2.473 Höhenmeter von Garmisch-Partenkirchen (GER) nach Ehrwald (AUT) in 3:51:53.3 Stunden. Knapp drei Minuten hinter dem erwarteten Spitzenreiter überquerte Philipp Reiter (GER) die Ziellinie (3:54:51.4). Dritter der Männerwertung wurde Santiago Obaya Fernandez aus Spanien (4:03:30.2), der allerdings noch vom schnellsten Master – die Wertung der Über-40-Jährigen – Dr. Thomas Miksch (GER, 4:02:34.7) in der Gesamtwertung auf Platz vier von insgesamt 160 gestarteten Teilnehmern verdrängt wurde.

Zürich, 6.7.11 Red. (mk) Auch wenn jeder mit einem Sieg Owens gerechnet hatte, hätten wohl die meisten Kenner der Szene einen größeren Vorsprung des amtierenden Vize-Weltmeisters im Langstreckenberglauf erwartet. Doch von seinem im Verlauf des Rennens herausgelaufenen Vorsprung, der zwischenzeitlich mehr als fünf Minuten betragen hatte, blieben am Ende gerade einmal 2:57.9 Minuten übrig.

Schuld daran waren vor allem die hohen Temperaturen. „Es war sehr, sehr heiß und sehr anstrengend. Es war eine Herausforderung, mit der Hitze richtig umzugehen. Ich denke, ich bin ein wenig zu schnell angegangen“, so der zweimalige Sieger des Transalpine-Runs.

Für die kommenden drei Tage, in deren Verlauf vor allem morgen mit einer Wetterverschlechterung zu rechnen ist, woraufhin die Veranstalter bereits den Start der zweiten Etappe von 8:00 Uhr auf 7:00 Uhr vorverlegt haben, heißt es nun für Owens, den Vorsprung zu verwalten. Der Ökonom aus Glasgow wird dabei vor allem einen der jüngsten Teilnehmer der SALOMON 4 TRAILS im Auge behalten.

Denn Philipp Reiter überraschte heute nicht nur die Konkurrenz, sondern auch sich selbst. „Ich hätte nie gedacht, dass ich so gut mithalten kann“, so der 19-Jährige aus Bad Reichenhall. „Ich habe gemütlich angefangen und hinten raus Gas gegeben. Ich schätze, das war die richtige Taktik“, analysierte die deutsche Nachwuchshoffnung im Langstrecken-Berglauf.

Vor allem die Performance im Abstieg, bis dato nicht unbedingt die Stärke Reiters, brachte den Salomon-Teamkollegen von Owen auf Platz zwei in der Tageswertung.

Dr. Thomas Miksch bester Master

Damit reihte sich der Vierte der Junioren Weltmeisterschaften im Vertical Race knapp 8:30 Minuten vor dem Sieger der Master-Kategorie, Dr. Thomas Miksch ein.

Der Gesamtdritte und Sieger der Master-Kategorie, der seine Landsleute Martin Echtler (4:09:09.4) und Anton Philipp (4:16:52.9) deutlich in die Schranken wies, hatte mit einem solch guten Resultat allerdings nicht gerechnet.



„Damit habe ich mich wohl selbst am meisten überrascht. Ich habe mich am Anfang erst hinten eingereiht, dann das Feld von hinten aufgerollt“, so der 49-Jährige, der nachschob, dass „ich mich schon wundere, dass ich führe. Ich werde ab morgen einfach laufen, was ich kann.

Gaby Steigmeier bremst Top-Favoritinnen aus

In der Damenklasse hat Gaby Steigmeier der jüngeren Konkurrenz gezeigt, was eine Harke ist. Eigentlich aufgrund ihres Alters für die Master-Damen-Kategorie startberechtigt, verwies die Schweizerin in 4:54:12.0 Stunden die deutlich stärker eingeschätzten Julia Böttger (GER, 5:00:07.1) und Anna Frost (NZL, 5:02:12.2) auf die Plätze zwei und drei.

Allerdings gab das Mitglied vom Team Fitness-Appenzell Salomon, die als Gesamtfünfzehnte nur von 14 Männern geschlagen worden war, zu bedenken, dass ihre schärfste Konkurrentin im letzten Abstieg gestürzt war: „Ich bin überglücklich. Damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet. Allerdings ist Julia (Böttger) auch gestürzt. Mal sehen, wie es morgen läuft, denn ich bin heute schon sehr schnell angegangen.“

Das hohe Tempo bestätigte auch der Unglücksrabe des Rennens. „Für mich war es für einen ersten Etappentag zu schnell“, so Böttger, die bis zum Koppensteig noch gemeinsam mit der späteren Siegerin unterwegs gewesen war.

„Mich hat es danach richtig die Böschung runtergehauen. Gaby (Steigmeier) hat mir noch hoch geholfen. Ich habe mich dann aber erst einmal um mich gekümmert und ihr gesagt, sie solle weiter laufen“, so die 34-Jährige aus Rott am Inn, die mit einer blutenden Schürfwunde am linken Knie davon gekommen war.

Ein Senior Master auf weiter Flur

In der Kategorie der ältesten Läufer, den Senior Mastern mit einem Mindestalter von 50 Jahren, gilt spätestens seit heute Winfried Huber (GER) als Top-Favorit auf den Sieg. Der Starter vom Team HNO-Holzkirchen überquerte als Gesamtzwölfter nach 4:39:49.6 Stunden die Ziellinie in Ehrwald.

Damit hat der Greilinger (Jahrgang 1960) mehr als 50 Minuten Vorsprung vor dem Österreicher Robert Rossi (5:31:05.5) und dem Augsburger Rainer Kelch (5:36:05.8).

Österreicherin dominiert Master Women-Kategorie

Ähnlich wie Huber bei den Senior Mastern hat Katharina Rossi der Master Women-Wertung ihren Stempel aufgedrückt. Bei den Über-40-Jährigen lief die Miemingerin den Sieg auf der ersten Etappe in überzeugender Manier ein.

Nach 5:31:05.04 kam die 1961 geborene Läuferin an der Seite ihres Partners Robert Rossi ins Ziel und verwies damit Gabi Eisele (GER, 5:51:32.2) und Anna Riedel (SUI, 6:01:14,1) auf die Plätze zwei und drei.



Vorschau Etappe 2: Ehrwald (AUT) – Imst (AUT)

Bilderbuchstrecke als Bewährungsprobe für die Gelenke (42,2 km, 2.663 Hm)

Der zweite Tag beginnt mit der Durchquerung des Mieminger Gebirges und einem ersten Höhepunkt der SALOMON 4 TRAILS, der hochalpinen Überquerung der Grünsteinscharte (2.263m).

Doch schon der folgende Abstieg macht deutlich, dass die Etappe von Ehrwald nach Imst nur für geübte Bergläufer gemacht ist. Knapp 1.200 Meter geht es wieder hinunter, fast zurück auf Starthöhe.

Nach einem neuerlichen Aufstieg von Finsterfiecht über die Haiminger Alm laufen die Trailrunner auf Panorama-Trails hoch über dem Inntal bis kurz unter den Tschirgant, einem Wahrzeichen des oberen Inntals.

Hier heißt es noch einmal die Muskeln lockern, denn über den Adlerweg und Karrösten geht es erneut über 1.400 Höhenmeter hinab ins Ziel.

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