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30. April 2011, 17:51
Mit dem Teufel durch die Schlucht gerannt
Unheimlich war der Übergang vom Dorfrand in Hägendorf und dem Eintritt in die dunkle gespenstische Tüfelsschlucht. Das Wetter wollte es, dass die Wolken tief am Himmel hingen und so eine fröstelnde, rauhe Kulisse in die Schlucht hinunter zauberten, in die Schlucht wo über 700 Laufbegeisterte den schmalen Pfad hinauf nach Heiligenberg rannten. Die dunklen Kalksteinfelswände tropften, die Bäume leuchteten im satten grün und wenn man sich immer weiter in die Schlucht hinein begab hörte man das "Tripp Trapp" der vielen Laufschuhe, die von unten wie ein riesenlanger Tausendfüssler aussahen. Der Pfad führte hinauf, hinauf durch eine faszinierende, kalte Felsenlandschaft inmitten eines kraftvollen Naturschauplatzes. (Aus Hägendorf berichten Andrea und Marcel Krebs - Story und Fotos)
Hägendorf, 29.4.11 mk/ak (mk) Als um 1815 die Funläuferkategorie auf die steile Reise hinauf zum Ziel geschickt wurden war es noch hell und das dichte Wolkenbank schien sich aufzulösen. Doch eine halbe Stunde später verdichtete sich die Himmelszene wieder und man hatte den Eindruck, der Teufel rief: "Kommt nur, ihr Läufer - ich warte auf euch und heute renne ich mit!"
Eine verteufelte Geschichte
Eigentlich begann die Geschichte der Schlucht schon sonderbar. Als 1899 das Kurhotel Fridau oberhalb Egerkingen ein Gesuch für den Bau eines Wanderweges bei der Burgergemeinde Hägendorf einreichte, reagierte man erstmals sehr reserviert. 1901 gab man dann die Bewilligung, weil man erkannte, dass man so auch Holz aus der Schlucht gewinnen konnte und baute zwei Wege, erstmal zur Quelle hinunter und dann hinauf zur Landstrasse. Der gesamte Fussweg entstand dann aber erst 1910.
Seit mehr als 100 Jahren versorgt nun der Verschönerungsverein im Auftrag der Burgergemeinde Hägendorf den Tüfelsschluchtweg. Es entstanden so etliche Feuerstellen und Sitzbänke, gedeckte Sitzplätze und Spielplätze. Heute ist der ehemalige Pfad zu einem der beliebtesten Ausflugsziele des Juras geworden. Und ja, der Name wurde von nun an Teufelsgraben oder Cholerbachsgraben genannt, doch noch vor ihrer Eröffnung auf Antrag des Oltener Arztes Christen in Teufelsschlucht umbenannt. 1955 erschien dann der Name Tüfelsschlucht auch in den Karten der Landestopografie.
Der Mythos des Teufelslaufes hat also eine lange Geschichte und der Erfolg dieses Laufes kommnt nicht einfach so unbegründet. Doch mit dem Namen Tüfelsschlucht Lauf fällt ganz unweigerlich auch der Name des OK Präsidenten Toni Stocker, der sozusagen sein Leben dem Tüfelsschluchtlauf verschrieben hat. Er und der Laufverein VTH Tüfelsschluchtlauf halten dieses Sportereignis am Leben.
Ein Rennen für Andy
Der Schaffhauser Andy Sutz entschied das Rennen hinauf zum Ziel in Allerheiligenberg klar für sich. Der "Goldjunge" der bei der Raiffeisenbank in Hägendorf auch noch den Goldpreis gewann war heute klar der Schnellste. 57 Sekunden nahm er seinem direkten Verfolger Samuel Hürzeler aus Steffisburg ab. Sutz gewann damit nach 2006 und 2008 zum Drittenmal den begehrten Tüfelsschluchtpreis.
Martina Strähl bei den Frauen
Seriensiegerin und Bergspeziallistin Martina Strähl hatte wieder einmal keine Konkurrenz zu befürchten, ja sie lief ein Rennen für sich allein. Mit über drei Minuten Vorsprung auf Maya Chollet gewann sie einmal mehr ihren Lieblingslauf.
Neuer Rekord an Teilnehmern
700 Finisher sind ein deutliches Zeichen, wie beliebt der seit Anfang am Freitagabend ausgetragene Volkslauf ist. Dabei rennen nicht alle um ihr Leben. Einige geniessen auch den schnelleren Abendspaziergang durch die mystische Schlucht am Jura. Und wenn schlussendlich alle heil oben angekommen sind, folgt anschliessend in der grossen Hägendorfer Turnhalle die wohlverdiente Party und die Preisverteilung.
F20
1. Strähl Martina (87), 4566 Oekingen 00:37:15.5
2. Chollet Maya (87), 4055 Basel 00:40:41.0
3. Muehlemann Brigitte (78), 4600 Olten 00:42:38.4
M20
1. Sutz Andy (81), 8200 Schaffhausen 00:33:16.7
2. Hürzeler Samuel (84), 3612 Steffisburg 00:34:13.4
3. Bailly Gilles (77),2947 Charmoille 00:34:21.8
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