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21. März 2011, 20:17
Joseph Kiptum gewinnt Kerzers
Verhaltener Saisonanfang von Viktor Röthlin
Achtfacher Kenianischer Sieg im prestigträchtigen Kerzerslauf. Der 24-Jährige Joseph Kiptum gewinnt knapp 5 Sekunden vor seinem Landsmann Kadengoi Loitareng. Kiptum liess auf den letzten Kilometern nichts mehr anbrennen und lief einem klaren Sieg entgegen. Viktor Röthlin schaffte es bei seinem Saisondebut auf Platz 10. Den Kontakt verlor er aber relativ früh. - Die Reportage von Marcel und Andrea Krebs (Text und Bilder)
Kerzers, 19.3.11 mk-ak (mk) Die 33. Austragung des Kerzerslaufes fand dieses Jahr bei schwierigstem Terrain und nasskaltem Wetter statt. Grösstes Handycap war bei den Spitzenläufern einstimmig der Wind und der schwere Boden. Trotzdem war die diesjährige Austragung ein voller Erfolg, war doch die Teilnehmerzahl die Zweithöchste aller 33 Austragungen. Den Läuferinnen und Läufern sah man allerdings die Strapazen nicht an.
Die Konkurrenz war stark
Sieger Joseph Kiptum hatte seine grössten Sorgen mit der starken einheimischen Konkurrenz. Bis kurz vor dem Ziel war es mir nicht möglich meine Freunde zu distanzieren. Ich versuchte es mehrmals. Meinem Antritt ca. 1,5km vor dem Ziel
konnten meine beiden stärksten Widersacher Loitareng Kadengoi und Geoffrey Kanyanjua nicht widerstehen. Die Strecke war sehr schwierig. Der Boden machte mir zu schaffen, es war klebrig und tief. So verbrauchte ich Kraft, die ich normalerweise in die Fortbewegung einsetze. Diese Art von Läufen sind aber für mich nur der Aufbau auf die bevorstehenden Marathons. Hier kann ich meine Suppless enorm steigern.
Acht Mann und einen Führer
Unter dem Tempodiktat von Geoffrey Kanyanju nahm das Spitzenfeld gleich nach dem Start das Geschehen in die eigenen Hände. Das Tempo war sehr hoch und so trennte sich der Spreu vom Weizen sehr früh. Viktor Röthlin verlor in der Verfolgergruppe den Anschluss bereits nach 1km. Die Kenianische Mannschaft hielt das Tempo auch gegen den starken Gegenwind immer sehr hoch, so dass von hinten an ein aufschliessen schon bald nicht mehr zu denken war.
Die Entscheidung im Frauenfeld
Carolilne Chepkwony griff ihre direkten Konkurrentinnen im Aufstieg vom Stausee hinauf an. Die sehr steilen 12% 200 Meter genügten ihr, um die in der Schweiz sehr erfolgreiche Ungarin Aniko Kalovic entscheidend zu distanzieren. "Ich muss mit meinen kurzen Beinen froh sein, wenn ich meinen Gegenspielerinnen im Flachteil nachkomme. So verlege ich meine Angriffe immer in Steigungen und der starke Teil vom Stausee hinauf kam mir gelegen." - So Caroline Chepkwony. Auf die Frage, ob sie bereits ein Aufgebot für die Kenianische Nationalmannschaft habe sagte sie: " Ich bin im Vorkader, d.h. ich werde mit ziemlicher Sicherheit, bei weiteren guten Leistungen in die Nationalmannschaft demnächst definitiv aufgenommen.
Aniko Kalovic, die hübsche Ungarin, scheint im Bernerland bei jedem Einsatz Flügel zu bekommen. Ihre tollen Leistungen vom letzten Jahr im GP von Bern und im Frauenlauf liessen aufhorchen. Für dieses Jahr habe sie wieder einiges vor. Meinte Kalovic.
Die Schweizerinnen konnten um die Podestplätze nicht mitkämpfen. Martina Strähl kämpfte den ganzen Lauf mit dem Gegenwind und dem Boden. "Der Wind hat mir sehr zugesetzt und schon auf den ersten beiden Kilometern jeden Schnauf genommen." Sabine Fischer die beste Schweizerin auf dem vierten Platz ist noch nicht sowei um ganz vorne mitzuhalten. Wie sie selbst sagte. "Das diesjährige Ziel ist klar die Limite im 5000m Lauf für die WM zu erreichen." so Fischer.
"Ich konnte ja nicht wissen, dass heute die Kenianischen Landesmeisterschaften stattfinden!" Viktor Röthlin.
Mit einem grossen Lachen beantwortete der Sempacher die Frage nach seinem Abschneiden. Doch Spass bei Seite. "Ich kam am Mittwochabend in Zürich an, nach einem sechswöchigen Trainingslager auf über 2000 m in Kenia. So habe ich noch immer sehr schwere Beine und hatte auch im Rennen mit dem Höhenunterschied zu kämpfen. "Doch die Form stimmt, ich bin auf Kurs!" Meinen Zeitplan haben die starken Konkurrenten schon durcheinander gebracht. Eigentlich wollte ich den ersten Kilometer in 2.40 laufen, raus gekommen ist dann beim Blick auf die Uhr 3.20. Ich war schon ein bisschen schockiert. Doch ich konnte dieses höllische Anfangstempo der Spitzenläufer in diesem Gegenwind einfach nicht mithalten. Die zweite Hälfte des Rennens bin ich dann so gerannt, wie ich es wollte. Leider habe ich schon in der Rennhälfte über eine Minute auf meine vorgesehene Zeit verloren.
Zuversicht auf London
Ich habe in Kenia super trainiert und bin ganz bestimmt auf London meinem ersten grossen Ziel am 17. April, bereit. Was ich immer noch suche ist, meinen sechsten Gang! Der wird aber sicher in den nächsten Tagen kommen. Positiv war im heutigen Rennen, dass ich noch nie so frisch oben auf dem Golat war. (Steigung vom Stausee)
Das Volksfest der Läufer
Wie jedes Jahr war es für das Laufvolk, wieder ein eindrückliches Erlebnis, die 15km rund um Kerzer zu laufen. Dazu mit den berühmten Spitzenläufer die sagenumwobene Schleife zu drehen und mal für ein paar Sekunden neben den Stars her zu laufen.
"Heute habe ich dem Publikum viel Zeit gegeben." Viktor Röthlin. Verschmitzt meinte der Sempacher Marathon Europameister, so gut konnten mich die Leute noch nie beobachten, ich war ja heute nicht der Schnellste und so sahen mich die Menschen heute viel, viel länger!"
15 km Overall (4528 Klassierte)
1. Kiptum Joseph, 1987, KEN-Kenia 44.17,3 (15)
2. Loitareng Kadengoi, 1984, KEN-Kenia 44.23,0 (63)
3. Kanyanjua Geoffrey, 1984, KEN-Kenia 44.29,2 (14)
15km Overall Frauen
15 km Frauen (1349 Klassierte) PDF
1. Chepkwony Caroline, 1985, KEN-Kenia 51.02,5 (507)
2. Kalovic Aniko, 1977, H-Ungarn 51.36,1 (501)
3. Gichia Tabitha, 1983, KEN-Kenia
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