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09. März 2011, 05:31
Immer höher – Immer tiefer – immer verrückter!
Körperliche Schädigung durch Kurzextremläufe?
Es gibt viele dieser sogenannten „Verrücktesten Läufe“ der Welt. Sie haben alle nur eine Botschaft und alles Gemeinsam, sie sollen den Werbeträgern und damit den (eigenen)Veranstaltungen und dem eigenen Werbe-Label neue Werbemöglichkeiten und neue Absatzkanäle bieten. Dazu ist jedes nur erdenkliche Mass an Verrücktheit recht. "Das Grab gleich selber schaufeln - Nichts für Weicheier etc. sind Worte des Alltags. Mit solchen Slogans fordern sie die Massen geradezu heraus und treffen dabei genau den Wunden Punkt der nach Erleuchtung strebenden Volksläufer.
Zürich, 8.3.11 mk (mk) Gesund oder ungesund? - Verrückt oder normal?
Ein Grossteil früherer Teilnehmer will das Risiko und die Unfallgefahr nicht mehr auf sich nehmen. Zu viel hängt heute von der Gesundheit ab. In der Firma gibt es Trubels, wenn man mit einer Sportverletzung, die man in der Freizeit geholt hat, Aufmerksamkeit erregt. Sport ja – Verrücktheit nein, ist klar die Devise renomierter Grossfirmen. Man will gesunde Menschen die sich in der Freizeit mit Sport Fit halten, man will aber keine Möchtegerne, die irgend einem Idol der Sportwelt nacheifern und schon gar nicht solche, die die eigene Gesundheit gefährden und damit ihren Arbeitsplatz gegenüber der Firma in Frage stellen.
Damit stellt sich natürlich die Frage, sind solche „Läufe“ wie BraveheartBattle in Südschwarzwald, Laufen aber härter im Ruhrgebiet, der Fishermans Strongman in Weeze und neuerdings in Thun, das Original der Toug Man in England überhaupt als Laufveranstaltungen zu bezeichnen sind oder schlicht als Spinnereien von Spinnern?
Ein grosses Fragezeichen
Gesundheitlich stellen diese Veranstaltungen sicher grosse Fragezeichen – funmässig allerdings bringen sie vor allem das Publikum zum lachen und einen Grossteil der Läuferinnen und Läufer an den Rand der menschlichen Verzweiflung und des sonntäglichen Kollapses.
Nur Verrückte starten
Nur Verrücktheit bringt die Leute auf die Startlinie
Viele Manager und leitende Angestellte machten als Ausgleich zum harten Job, diese Abenteuer vor Jahren mit. Es war auch top in, die gesamte Abteilung gleich an die Veranstaltung mitzunehmen und zusammen die Sau rauszulassen und zudem konnte der Chef seinen Untergebenen zeigen „Ich bin der grosse Unnahbare und Unbezwingbare - der Terminator. Allerdings haben sich die Managementskulturen in den Ausbildungszentren der heutigen Zeit gründlich geändert. Man will heute Angestellte die nicht auf der Laufstrecke ausgeflippt sind, sondern im Betrieb Leistung und Kreativität zeigen. Dementsprechend hat sich das Rad vom Abenteuer zur Kultur hin gedreht. Die Verrückten werden höchstens noch belächelt wenn sie gesund zurückkommen – falls nicht, wackelt bereits ihr Stuhl.
Sinn und Unsinn - Vom Reifengrab zur Klagemauer
Liest man in den Foren der obengenannten Veranstaltungen, so erkennt man sofort – Warmduscher haben da keine Chance. Dies ist auch das Ziel der Veranstalter. In jedem zweiten Satz wird hervorgehoben wie abenteuerlich, gefährlich und wie aussergewöhnlich die Veranstaltung ist. „Auf die Läufer warten Elemente zum Klettern, Kriechen und Springen wie das kraftraubende zwölf Meter breite Reifengrab "Hoop Tomb" und die acht Meter lange, dunkle Reifenröhre "Tire Tunnel". - Echte Härtetests im März sind in jedem Fall das tiefe, schlammige Regenrückhaltebecken "Loch Ness" und der eiskalte Fluss Lauer, der gleich mehrmals überwunden werden muss. Auf der Strecke werden darüber hinaus von Sponsoren wie Reifen-Müller künstliche Hindernisse zum Klettern, Kriechen, Balancieren und Überspringen errichtet, die den Schwierigkeitsgrad noch steigern. Und manch einer hat mitten in der Röhre festgestellt, dass er an einer Einengungsphopie leidet.
Wachsende Veranstaltungszahlen – Aber mmer weniger Spinner
Immer mehr solcher Veranstaltungen sind in und rund um die Schweiz auf dem Lauftableau zu finden. Im März finden gleich vier solcher Veranstaltungen in dem beschriebenen Gebiet statt. Eines haben aber alle Veranstalter gemeinsam – sie suchen vergebens nach neuen Spinnern. So stagnieren die Starterzahlen oder sind rückläufig. Auf vielen dieser Veranstaltungen wurde das Startgeld drastische gesenkt – die Geschenke, drastisch erhöht. Der Trend ist klar sichtbar – er geht Teilnehmermässig runter. Ob es jetzt gesund oder ungesund ist, überlasse ich dem Läufer und schlussendlich muss jeder selber entscheiden ob er mitmachen will oder nicht. Fragen Sie zur Sicherheit ihren Hausarzt, den mitmachen kann jeder, auch ohn ärtzliches Attest. Verschwiegen wird auch oft von den Veranstaltern, wieviele Unfälle sich an den Läufen zutragen – es sind viele! Kaum einer ist nämlich vorher durchs 4° kalte Wasser bis zum Hals gerannt und gleich drei Minuten später von gegen 4Meter hohen Strohballen gesprungen. Trotzdem viel Spass – für die Verrückten!
Der Autor hat vor zwei Jahren den Fishermans Strongman in Weeze zur Hälfte absolviert. Eindrücke daraus kann man amüsant nachlesen.
Der Fisherman's Strongman
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Marcel Krebs mit Ausbildner Schmitt.


