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24. Oktober 2010, 04:49
Gemeinsame Wege zum inneren Glück
Der Transviamala im Zeichen des Beverin Naturparkes
"Niemals hätte ich geglaubt, dass nach alldem was ich in meinem Leben gesehen habe - nicht noch so mächtig von Dingen dieser Art bewegt werden könnte." - Theodor Fontane. - Der Weg durch die Viamala hinauf bis nach Donat, ist nicht immer einfach. Auch wenn heute der helle Sonnenschein der sonst das Tal der Viamala beleuchtet nicht da war, hat man stärker denn je, die Nähe der steilen Felswände und der grossen erhabenen Berge des Hinterrheintales gespürt. Die Liebe, die Sehnsucht und die Freiheit ist auch ohne Sonnenschein durch den wolkenverhangenen Himmel durchgedrungen. Für Viele war es heute ein Weg den sie noch nie gegangen sind. Für Viele war es heute auch ein neuer Tag und eine neue Chance, die unbeschreiblichen Laufgefühle zu spüren, die Natur zu bewundern und die frische Luft dieses wunderschönen Tales im Beverine Naturpark einzuatmen. Der Transviamala Run ist mehr als laufen - er ist ganz einfach ein besonderer Tag im Herzen jedes Läufers und jeder Läuferin.
Donat, 17.10.10 mk-ak (mk) "In diesem Tal fühle ich mich ganz einfach wohl! Es ist wie ein Wunder, ja vielleicht noch mehr - Wenn ich hierher komme fühlt sich das innerlich wie eine zweite Heimat an. Egal wie ich renne, egal wie lange ich habe - egal was ich denke - das Myhstische dieser Schlucht, das Dunkel im Loch und die Düsternheit der gesamten Schlucht - stimmen in mir ein Lied an, von dem ich wieder ein ganzes Jahr lang lebe - träume und endlos fühle - hier bist du Zuhaus - hier hast du es schön - dass ist deine Heimat."
Diese Worte spricht Einer, der jedes Jahr wieder kommt - Einer, dem der Transviamala am Herzen und im Herzen liegt, wie bei Tausenden, die schon den unglaublichen und geheimnisvollen Weg hinauf nach Reischen, dem Ende der Dunkelheit und der verwegenen Wege genommen haben. Peter ist jedes Jahr auf's neue ergriffen von der mächtigen Natur, der Urgewalt, die immer noch in der Schlucht tobt und auch von dem Gefühl, wenn er aus dem Tal hinaussticht in die weite Öffnung eines wunderschönen Gebirgstales.
Ein Tag nicht wie jeder Andere
Heute Morgen wurden die Läufer von einem unangenehmen Kühl, vom Rieselregen und tiefhängenden Wolken empfangen. Thusis sah nicht so aus als würde es sagen; So hinein in die Schlucht - hinauf ins Tal. Eher hatte man das Gefühl wenn man als Läufer Richtung Viamalaschlucht blickte: Oh! Was erwartet mich heute da - muss ich mich Fürchten, wird man mich holen oder komm ich wirklich ohne Schwierigkeiten nach oben? Unheimlich blickte nämlich die Schlucht hinunter nach Thusis - so sah es jedenfalls aus, wenn man sich sorgfältig vortastete, immer wieder zurückblickte und
sich fragte - ist alles ok?
Die Angst war aber schnell verflogen - im grossen Starterfeld des Laufes. Zum überlegen hatte man allerdings auch nicht lange Zeit, den gleich nach einpaar hundert Metern Einlaufstrecke fängt die Steigung an - gleich in die düstere, dunkle Schlucht hinein. Und dann das Loch, irgendwie seltsam - war hier die Zeit stehengeblieben? Da wo vor hundert Jahren die Postkutschen die Gäste hinauf zu den Hotels brachten. Die Pferdegespanne fuhren da kaum ein paar Zentimeter neben der tosenden Schlucht wo tief unten der Hinterrhein sein Wasser in einer ungestümen Art loswerden wollte. In diesem dunklen Loch wir einem bewusst - bin ich es, der da durchrennt - bin ich die, die da schnauft und kämpft und durch das tropfende Nass der Finsternis läuft?
Der böse Herr Pfarrer
Und oben kommt man zu der Steinbrück der Viamala, dort wo 1705 der Pfarrer seine Geliebte, das arme Mädchen mit einem Messer niederstach und über die Brüstung in den hochgehenden tosenden Rhein hinunterwarf. So sagt es jedenfalls die Saga. Grausige Geschichten werden hier hinten erzählt. Wenn man alles wüsste, wäre man froh bald, ja eigentlich sofort hier wieder raus zu kommen.
Und ist man wieder raus, so vermisst man die vergangene Zeit in diesem dunklen geheimnisvollen Tal am liebsten würde man umkehren und noch ein paar Minuten dort bleiben, verträumt in sich gekehrt, alleine oder zusammen mit einem lieben Menschen. Das Loslassen von den Naturgewalten in der tiefen Viamala ist wie ein Loslassen von schwerem Ballast, den man wieder ein Jahr mit sich getragen hat. Und wie von weitem hört man die Stimme." Geh jetzt, geh weiter, komm aber bald wieder!" Kalt läuft es einem den Rücken runter - und froh ist man, jetzt doch endlich mehr Licht zu sehen.
Der Transviamala im Lichte des Beverin Naturparks - "die US Trumplivler"
Die Organisatoren unterstützen ja bekanntlich jedes Jahr eine lohnenswerte Arbeit in ihrer Heimat. Dieses Jahr ist es der Naturpark Beverin. Der fast 3000 Meter hohe Ochsenberg (Piz Beverin 2997,5m/üM) ist klar das Wahrzeichen dieses seltenen Naturabschnittes im Hinterrheintal. Hier wo mit viel Liebe zur Natur geschaut wird, sanfter Tourismus das Tal zu einem herrlichen Wandergebiet unterstützt und in Zukunft herrliche Bikerstrecken auf speziellen Fahrwegen durch die Berglandschaft mit Liebe eingebaut werden, lohnt es sich ein paar Tage Urlaub zu machen.
Andeer bw. ist ein wunderbares Dorf, von wo aus alles mögliche unternommen werden kann und im nostalgischen mit ganzer Liebe renovierten Hotel Fravi mit Hallenbad und Mineralbad, kann man sich herrlich erholen. Wer eben in diesen Bergen, in diesem Tal der Fruchtbarkeit und der Schönheit ein paar Tage verbringt, wird als anderer Mensch hinab ins Tal reisen. Es sind fast letzte Einsamkeiten, die hier oben im Tal gelebt werden können. Wer die Berge liebt, kann hier oben wirklich abschalten.
Gemeinsam ans Ziel - Gemeinsam für gut eine Stunde träumen
Der Transviamala hat für jeden sein eigenes Rennen und gibt aber auch Hand für viele Gemeinschaften für viele Gemeinsamkeiten. Klar, es gibt ein paar Eliteläufer die um des Siegeswillen hier hinauf sprinten. Dass ist auch gut so, Jeder soll so laufen wie es ihm gefällt. Für die Schnelllen ist die Natur gleichfalls das Lebenselexier des Laufens, wie Jasmin Nunige die Siegerin einmal sagte. Es gibt aber hunderte, die aus Liebe zur Natur und zur Liebe des eigenen Laufens hierher gekommen sind. Und nicht selten, genauso wie heute, finden sich immer wieder Läufer und Läuferinnen, die gemeinsam die schönen Wege des Transviamala gehen - es brauch keine grossen Worte - gemeinsam sind sie stark - gemeinsam gehen sie die Wege und gemeinsam kommen sie ins Ziel. Sie laufen gemeinsam durch die Schlucht - gemeinsam mit strahlendem Gesicht durch die wunderbare Tallandschaft zwischen Reischen, Zillis und Andeer und nicht zuletzt den kurvenreichen Aufstieg hinauf bei Casti-Wergenstein um dann die letzten beiden Kilometer mit einem entspannenden Ablauf Richtung Ziel so richtig zu geniessen.
Das grosse Transviamalfest am Nachmittag
Feiern konnten die Läufer gleichfalls. Ein grosses gut beheiztes Zelt, leckeren Kuchen und eine Feststimmung wie beim Oktoberfest rundeten den bombastischen Transviamalatag auch im frischen Herbst ab. Ob man die Konditorei in Donat findet, die solche Leckereien anbietet? Da müsste man an jeder Haustür läuten, meinte der Küchenmeister. Die feinen Kuchen stammen nämlich ausschliesslich aus der Bevölkerung. Und wieder ist eines der Geheimnisse des Transviamala gelüftet. Das Geheimnis der grossen Dorf - Gemeinsamkeit! Zusammen schaffen wir das schier unmögliche, zusammen bauen wir das schönste Fest! Jeder macht mit und jeder ist auch dabei!
Kinder, Kinder und nochmals Kinder!
Punkt halb Zwei starten jedes Jahr die Finals der Kinder Hindernisläufe. Welch ein Plausch - für die Grossen und vor allem auch für die Kleinen. Auch wenn manchmal die Tränen fliessen, wenn's nicht so geht, wie sich die Kinder vorstellen. Der Höhepunkt ist für sie natürlich nach dem Lauf die Transviamalamedaille. Und damit haben wir wieder ein Geheimnis gelüftet. Der Erfolg des Transviamala resultiert aus der Kombination Herzlichkeit vermischt mit Erlichkeit und Achtsamkeit. Achtsam gegenüber der Natur, den Menschen und den Tieren. Das spürt man, wenn man in Donat angekommen ist.
Auf Wiedersehn bis zum nächsten Jahr
Der Transviamala ist ein Lauf zum geniessen - ein Lauf zum träumen und ein Lauf der Wege verbindet die alle einmal hinauf ins Ziel nach Donat führen. Diese Worte kommen aus den Mündern der vielen hundert Läuferinnen und Läufer. Die Enegerie die man in der Viamalaschlucht ganz fest spürt, ist auch hier oben unglaublich gross. Zwischen Himmel und Erde, könnte man sagen, rennst Du hinauf ins Paradies. Die abscheulichen steil abfallenden Felsen, die Du in der tiefe der Schlucht gesehen hast sind vergessen. Hier oben bist Du in einer Welt dem Himmel nah - in einer Welt des grossen Friedens.
Marcel Krebs
«transviamala» run Damen 19km overall
1 Nunige Jasmin 1973 Davos Platz 1:30:07
2 Zimmermann Denise 1975 Mels 1:41:12
3 Caluori Alice 1969 Chur 1:43:28
4 Gschwind Regina 1972 Zürich 1:43:31
5 Gähler Heidi 1969 Wald AR 1:43:55
«transviamala» run Herren 19km overall
1 Baumann Jonas 1990 Lohn 1:20:28
2 Brennwald Adrian 1975 Aeugst am Albis 1:22:37
3 Joos Ulisses 1985 Chur 1:23:23
4 Grob Armin 1962 Brunnadern 1:24:08
5 Neuhauser Seppi 1967 Riezlern 1:26:11
«schamserlauf» run Damen 12km overall
1 Kleis Maggie 1956 Bonaduz 0:56:46
2 Baumann Noemie 1992 Lohn 1:03:18
3 Nipius Marlies 1982 Bonaduz 1:03:36
«schamserlauf» run Herren 12km overall
1 Bolt Daniel 1979 Schiers 0:46:21
2 Michael Gian-Luca 1991 Zillis 0:47:06
3 Michael Sandro 1990 Zillis 0:49:46
(Alle Resultate)
Kinder,Kinder,Kinder...
Jean Marc Giger Ex-Generalsekretär Swiss Olympic
Und ein kleines Gedicht zum Schluss für Jasmin
Die Tiba die Schweizer Vulvuzela im Original
Alle Copyrights by Marcel Krebs - Fotos und Text zur weiteren Veröffentlichung nicht gestattet.
Digitale Fotos aus der Reportage. Auf Wunsch können Sie Fotos bestellen. Wie's geht sehen Sie hier......
Gesamtrangliste (
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Leserkommentare (0) »

Eine nicht endende Laufkolonne trabt in die Schlucht der Viamala ein. Dieses Schauspiel an jedem Transviamala ist ganz einfach sagenhaft.

Der Transviamala ist wie ein Bilderbuch - nur hat es diesmal über 1000 Seiten. Die kleinen Details dieser sagenumwobenen Landschaft sind so einmalig - man möchte am liebsten in diesem Zauberland wohnen.







Hier hat der Herr Pfarrer seine Geliebte von der Brücke gestossen!

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