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21. Juli 2010, 21:36
Spirit of Kenia
10 Tage mit den weltbesten Marathonläufern auf der Seiser Alm
Woher kommen die Erfolge der Kenianischen Topläufer? Wieso gewinnen sie alle wichtigen Marathons der Welt? Sind sie Übermenschen? Trainieren sie mehr? Oder haben sie ganz einfach mehr Talent als Europäer? Marcel Krebs war 10 Tage mitten in der Gruppe der Weltbesten. Er lernte eine herzensgute, lustige aber motivierte Truppe kennen. Fun und Teamgeist kommt vor stahlhartem Training. Kochen und Golfspielen sind genauso wichtig wie hartes Training. Das einmalige Erlebnis mit der Kenianischen Nationalmannschaft lesen sie demnächst auf Sport-heute.ch.
Brüttisellen, 20.7.10 mk (mk) Ein Hauch des grossen Kenianischen Spirits liegt auch diesen Sommer über der Seiser Alm. Der Grund wird bald klar, wenn man Abends die 17 Kenianischen Spitzenläufer im lockeren Lauftempo durch die herrlichen Laufwege auf der Alm traben sieht. Immer haben sie ein Lächeln
aufgesetzt und sie grüssen die vielen Wanderer freundlich, wenn sie mal an ihren vorbei müssen. Kaum einer der Berggänger weiss, dass ihn eben der Olympiasieger von Peking über den Weg gelaufen ist. Lachen ist neben laufen einer der häufigsten Tätigkeiten der sympathischen Kenianer. So verbreiten sie auf der Alm einen ganz besonderen Spirit, denn ganz einfach alle mögen. Der Spirit of Kenia hat mit dem Abzug der Truppe keinen Einbruch. Im Gegenteil, der Hauch des Afrikanischen Lebens, dass während dreier Wochen hier oben wehte bleibt weit bis über den nächtsten Winter hinaus.
Geheimnisse oder Hexerei?
Die vielen Erfolge, die Kenianische Läufer auf der ganzen Welt verbuchen sind für viele ein unergründetes Geheimnis. Wer aber mit den einfachen Menschen, die sie trotz Millionengagen geblieben sind redet, merkt bald, dass ihre Erfolge keine Geheimnisse sind wie viel der Europäer glauben. Auch haben die Siege weder etwas mit Hexerei oder Aberglauben zu tun, die viele Europäische Trainer den Laufstars ankreiden mögen. Neben der einfachen Erklärung, dass sie einfach von Grund auf besser sind, gibt es vielleicht noch einen ganz wesentlichen Unterschied zur herkömmlichen Trainingslehre. Sie trainieren härter und intensiver als alle anderen Laufsportler. Sie trainieren aber nicht mehr als alle Anderen, dafür mit viel, viel mer Indensität.
Die Stars fühlen Füreinander
Aussergewöhnlich ist auch die Anteilnahme der Läufer an Leid und Freud des Anderen. Wo in Europa eher von Glück geredet wird wenn der andere Läufer verletzt ist und nicht starten kann, leidet und fühlt man mit dem Verletzten. Man hat grossen Respekt vor ihm. Schaut, dass man ihm helfen kann, ihm in irgendeiner Form nützlich sein kann. Dies ist ganz sicher auch eines der Geheimnisse des gewaltigen Erfolges. Kein Neid, sondern einfühlsame Anteilnahme an den Sorgen des Konkurrenten. Wo gibt es sowas in Europa? Dies sind die Geheimnisse des Spirits of Kenia, wenn es schon Trainingsgeheimnisse geben soll. Man darf dies aber auch nicht falsch verstehen. Robert Kipkoech (Mister Boston, er hat viermal den Boston Marathon gewonnen und hält immer noch den Streckenrekord) sagt ganz klar: Wenn ich starte, will ich gewinnen! Mit solchen Aussagen haben seine Freunde allerdings keine Probleme.
Woher kommen die Erfolge?
Die absoluten Topstars wie Lel Martin Kiptolo (2h05'15“), Kirui Paul Kiprop (2h 06'44'') Ceruiyot Robert Kipkoech 2h07'14'')Cheruiyot Evans Kiprop (2h06'25'') Kwambai James Kipsang 2h04'27'') und Olympiasieger Samuel Kamau Wanjiru (2h05'10'') die zusammen eine Startgeldsumme von über 1 Millionen Euro verschlingen sind ganz einfach auch Talente, die es bw. hier in Europa überhaupt nicht geben kann. Der erst 30-jährige Top-Trainer Claudio Berardelli aus Italien, legt die Grundsteine für den ganz grossen Erfolg. Er selbst ein Schüler des Weltbekannten Maestros Dr.Rosa, lebt, leidet und fühlt mit seinen Spitzenläufern. Dies das ganze Jahr über - 365 Tage lang. Berardelli hat auch das ganz grosse Vertrauen der Top-Atleten. (Das Interview mit Berardelli lesen Sie in Teil Zwei.) Vorweg darf man sagen, der studierte Sportwissenschaftler ist eine absolute Ausnahme unter Trainern. Wie kein Anderer, kann er auf seine Athleten eingehen. Er weiss genau wann und wo sie seine Hilfe brauchen. Im Training ist er allerdings knallhart und fordert alles (genau wie es sein Trainingsplan verlangt) von seinen Athleten. Was sich ebenfalls herauskristallisiert hat im Vergleich zu den Europäischen Läufern ist, die Kenianer trainieren aus Freude zum Sport, die Europäer wollen durch das Training Weltmeister werden. Im Ernstkampf sind die Europäer dann vielmals überfordert, übertrainiert und ausgelaugt. Im Rennen kennen die Kenianer keine Gnade, für dieses Leben sie ja schlussendlich.
Die grosse Bestätigung
Die ganz grosse Bestätigung hat er aber nach Olympia erfahren, wo ihn sechs Wochen nach der Olympiade Samuel Wanjiru fragte, ob er bei ihm weiter trainieren dürfe. Darauf ist er besonders stolz! Auch wenn immer wieder viele andere Trainer Geheimnisse in der Trainingsweise Dr.Rosa – Claudio Berardelli sehen, e s g i b t k e i n e! Was heraussticht ist, dass seine Schützlinge genau das machen was er von Ihnen verlangt. Die Indensität in den Trainings ist sehr hoch. Wie bei einem Rennen. Auslaufen am Abend ist auslaufen und nicht ein Wettkampf! Jeder darf sein Tempo selber bestimmen und da kann es ganz leicht vorkommen, dass Olympiasieger Wanjiru „abgeschlagen“ eine Viertelstunde später wieder ankommt. Die Freud am Rennen soll nicht verloren gehen. Keiner orientiert sich im Training beim Anderen! Jeder macht das, was im Freude bereitet. Und doch sind sie ein grosses gemeinsames Team. Dies ist besonders wichtig. Die Gemeinsamkeit, das Zusammen und nicht zletzt der Fun! Und beim Trainer spürt man genau, dass nicht er im Vordergrund stehen will, sondern er sich in den Dienst seiner Schüler stellt.
Ein Weis(s)er Bergläufer unter den Kenianern
Hermann Achmüller ist dieses Jahr erstmals Koordinator auf der Seiseralm. Er macht das im Auftrag des Tourismusverbandes. Der Laufbotschafter Südtirols organisiert, orientiert und harmonisiert den Läufer Juli auf der Seiser Alm. Dabei kann Achmüller sein Leidenschaft gleich noch persönlich ausleben. Er, der Vize-Berglaufweltmeister 2007 und Gewinner des Jungfraumarathons trainiert die gesamten drei Wochen mit den Kenianern. Er löst dabei auch Probleme die sich hier oben im wunderschönen Lauf Eldorado Seiser Alm ergeben. Hermann Achmüller möchte auch noch andere National-mannschaften auf die Seiser Alm holen. Trainingsmässig sind die Vorteile hier oben frappant. Gegenüber St.Moritz bw. Hat man den grossen Vorteil, dass man in knapp 15 Minuten wieder auf 400 Höhenmeter ist. Dies ist wichtig für das Schnelltraining.
Das neue Lauf El Dorado auf der Seiser Alm
Hermann Achmüller wird in Zukunft auch vermehrt Laufseminare für Deutschsprechende durchführen. Parallel zu den Kenianer Trainingswochen. Er möchte auch Läufern die Gelegenheit geben, sich in gleicher Weise auf ihre Laufzukunft vorzubereiten – sozusagen die Lauffreude weitergeben, die er bei den Marathonstars kennengelernt hat. Achmüller weiss wovon er spricht. Die allermeisten europäischen Trainier verkörpern den „Ernst der Lage“! Auch unter den meisten Sportwissenschaftlern gilt immer noch, zuerst grosse Leistung, dann Erfolg. Von Freude, Begeisterung und Fun ist wenig zu lesen, verschweige dann zu hören.
Neuer Lauf auf der Seiser Alm
Auf nächste Saison ist ein neuener Extremlauf auf der Seiser Alm geplant. 55Km soll er lang sein und durch die vielen Schönheiten auf diesem einmaligen Hochplateau führen. Der Lauf soll den Spirit of Kenia weitertragen. Dazu soll der grandiose Running Park auf der Seiser Alm weiteren Bekanntheitsgrad erfahren.
Teil Zwei in ein paar Tagen mit:
Interviews mit Erfolgstrainer Claudio Berardelli, Mr. Boston, Cheruiyot Robert Kipkoech und Olympiasieger Samuel Wanjiru. Der Olympiasieger kocht für alle!
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Golfprofis oder Marathonläufer? Spass und Fun muss sein.

Der Spirit of Kenia weht über der Seiser Alm.

Laufen ist auch Besinnung!

Hermann Achmüller durfte den Spirit of Kenia kennenlernen.


Auslaufen in Abendstimmung.

Jederzeit ein Lächeln.

Wer's gern alleine liebt - dem steht nichts im Wege!


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