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11. September 2009, 13:54
Im Banne der Eiger-Nordwand
Der Jungfrau Marathon in seiner 17. Auflage
Der Jungfrau Marathon zeigte sich auch dieses Jahr von seiner schönsten Seite und übertraf dabei die kühnsten Erwartungen. Das dass Favoritenfeld derart auf dem Kopf gestellt werden sollte ahnte niemand, der grossartige Kampf um die begehrte Krone an der Jungfrau zeigte einmal mehr, dass die Besten der Welt am Start waren. Der Sieger Jonathan Wyatt - siebenfacher Weltmeister und Träger aller Titel, liess dabei nichts anbrennen - der Neuseeländer siegte souverän vor der grossen Schweizer Überraschung Tarcy Ancay. Bei den Frauen siegte zum erstenmal die Schweizerin Claudia Landolt, die dabei den Sieg kaum fassen konnte. (Die Jungfrau-Marathon Reportage von Marcel&Andrea Krebs - Text&Fotos)
Interlaken, 5.9.09 (mk) Mythos Jungfrau-Marathon
Die Organisatoren schreiben schon lange auf ihrer Werbung, ihr Marathon sei der Schönste im ganzen Land. Dieses Prädikat ist längst untertrieben, der Jungfrau-Marathon in seiner Form, ist wohl die schönste Marathonveranstaltung der Welt. Organisatorisch ist sie kaum zu überbieten und im Umfeld des Superlaufes läuft alles wie am Schnürchen. Selbst die Toilletten auf 2100m.ü.M. - in der Bahnstation auf der Kleinen Scheidegg, glänzen nach 10000 Besuchen wie bei der Öffnung am Morgen. Die Region Interlaken Berner Oberland präsentiert eine Welt wie im Märchenbuch - ein Grund mehr bei der Lauflegende Jungfrau-Marathon mitzumachen. Wenn auch Spitzensport gross geschrieben wird, so ist der Jungfrau-Marathon ein Lauf für's Volk - ein Lauf für Du und ich!
Grandioses Läuferfeld von über 4600 Startenden aus 60 Nationen
Der Jungfrau Marathon kann jedes Jahr aus dem vollen Kontingent schöpfen. Der Anzahl von Teilnehmenden Läufern aus 60 Nationen! übertraf in diesem Bereich alle Rekorde. Der Start unten im Tal, mitten in Interlaken, ist zermoniell etwas ganz besonderes. Hochbetrieb herrscht, wenn sich vor dem Hotel Jungfrau und dem Kursaal die 4600 Läuferinnen und Läufer aufstellen und nach der Schweizer Nationalhymne der Startschuss mit anschliessenden Böllerschüssen losgeht. Im Anschluss präsentieren sich die Läufer auf der Stadtrunde den Touristen und Zuschauern aus der ganzen Welt.
Das Rennen
Mike Tanui einer der grossen letztjährigen Animatoren im Spitzenfeld verpasste es, sich rechtzeitig ein Visum zu besorgen. So war Rennleiter Richard Umberg überglücklich, als ihm am Mittwoch der in der Schweiz lebende Zewdu Fantahun anrief, und um einen Startplatz bat. Umberg nicht verlegen, verpflichtet Fantahun von der Stelle weg und gab ihm die Startnummer des Abwesenden Grossmeisters Tanui. Er sollte es nicht bereuen. Zewdu Fantahun überzeugte auf der ganzen Linie, war auf dem ersten Streckenteil bis Lauterbrunnen der grosse Animator und beendete als Flachmarathon Läufer den Jungfrau Marathon im hervorragenden fünften Rang.
Jonathan Wyatt ist Weltmeister und er lief auch wie ein Weltmeister
Der Neuseeländer Wyatt zeigte am diesjährigen Jungfrau Marathon wieder eine starke Leistung. Bis Lauterbrunnen lief er allerdings verhalten und zurückgezogen mitten im Spitzenfeld, ohne gross aufzufallen. Kaum bewegte sich die Spitzengruppe auf die Steigung nach Wengen hinauf zu, da startete er seine Laufdüsen und schwups!...war er ein paar Meter voraus, die ihm schlussendlich den Einlauf als Sieger auf der Wengener Alp ermöglichten. Über eine Minute wares es ganz oben geworden auf einen überragenden Schweizer, der das Rennen seiner Rennen lief. Tarcys Ancay aus St.Jean im Wallis war beim Samstäglichen Jungfraurun eine absolute Laufbombe. Er lief stets angriffig und manch einer gab ihm keine paar Meter in den schweren Steigungen. Dem war allerdings bald nicht so. Ancay duellierte sich mit verschieden Läufern an der Spitze und schlussendlich mit dem letztjährigen Sieger Hermann Achmüller mit der er sich ein packendes Duell unterhalb der Moräne - nähe Wixi lieferte. Lange kämpften beide um die Positionen und kamen dem Führenden Wyatt durch ihr Tempoforcing immer näher. Mit einem Lächeln musste Achmüller respektvoll Ancay ziehen lassen.
Claudia Landolt bei den Frauen
Schweizer Sieg bei den Frauen! Die ewige Zweite, Dritte und ständig aufs Podest laufende Landolt konnte endlich auch im Berner Oberland reüssieren und schaffte den Sensationssieg ausgerechnet am grossen Jungfrau - Marathon. Claudia war heute die Claudia wie man sie noch nie gesehen hatte. Sie überschätzte sich nie, packte auch nicht die Hinterbeine einer stärkeren Läuferin wenn sie in den Aufstiegen überholt wurde, sondern schlug erst auf der Moräne zu. Ihrem Tempoforcing war niemand mehr gewachsen. Claudia Landolt hat mit ihrem Sieg auf der Wengener Alp einen neuen Meilenstein in der Schweizer Berglaufgeschichte gelegt.
Nunige holt fast Nunige ein!
Den Doppelsieg aus Schweizer Sicht vervollständigte die Davoserin Jasmin Nunige. Mit ihrem starken Lauf zeigte sie, dass sie ihre beiden Tiefschläge - ausgerechnet in ihrer Heimat, dem Bündnerland - überwunden hat. Im Graubünden Marathon und am Swiss Alpine Marathon, musste sie jeweils die Fühler strecken. Im Vorfeld und im Frühjahr erzielt sie jedoch Spitzenresultate am GP in Bern und im Flachland. Nunige holte fast ihren Ehemann Guy ein, der ebenfalls mit seinem 35. Rang im Overall ein gutes Rennen lief. Jasmin Nunige hat mit ihrem zweiten Platz ihre sonst glanzvolle Saisonbilanz noch mehr aufgebessert. Und zudem gehört sie mit ihrem Lachen, ihrem Strahlen und ihrem Charme zu den schönsten Laufamazonen der Szene.
Das Volk rennt nicht nur mit
Beim Jungfrau-Marathon läuft das Volk nicht einfach mit - nein - der Jungfrau - Marathon gehört ihm. Was über 4600 Läuferinnen und Läufer Jahr für Jahr auf der schwersten Marathondistanz der Welt jedes Jahr erleben, schreibt jedes Jahr 4600 spezielle Geschichten. Der Jungfrau-Marathon lebt in der Familie, in der Firma und überall weiter - bis er ein Jahr später wieder einen neue Lebensgeschichte für jeden einzelnen schreibt. Dieses Geheimnis einer unüblichen Grossveranstaltung, eines Familienfestes der Extraklasse wird so noch Jahrzehnte weiter dauern.
Rangliste 3308 Klassierte
1. Wyatt Jonathan,1972,IT-Ziano di Fiemme (TN) 2:58.33,4 (2)
2. Ançay Tarcis,1970,St-Jean VS 2:59.55,4 (5)
3. Krupicka Robert,1978,CZ-Usti nad Orlici 3:00.38,1 (8)
Damen 822 Klassierte
1. Landolt Claudia,1971,Jonschwil 3:34.24,4 (107)
2. Nunige Jasmin,1973,Davos Platz 3:36.47,6 (103)
3. Földingné Nagy Judit,1965,HU-Rujbarat 3:37.18,6 (122)
alle Ranglisten
Nordwand-GeflüsterJasmin und Guy Nunige, Andreas Bühler und weitere....
Wir sind alle Sieger
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Schweizer Doppelsieg durch Claudia Landolt und Jasmin Nunige.


Hermann Achmüller der letztjährige Sieger und Tarcis Ancay lieferten sich ein packendes Duell!

Zusammen sind wir stark!


Der souveräne Sieger Jonathan Wyatt aus Neuseeland. Hier beim Einlauf in die Moräne.



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