Montag, 20. Mai 2013, 02:02:07 Uhr

02. September 2009, 21:29

Mit letzter Kraft dem Ziel entgegen!

Der North Face Ultra Trail am Mont Blanc

Jedes Jahr ist der Extremlauf am Mont Blanc innert Minuten ausgebucht. Die 2000 limitierten Startplätze werden immer im Januar per Internet vergeben. Wer alle geforderten Punkte erfüllt, ist schlussendlich einer jenen, der ende August die Tortour der Superlative in Angriff nehmen darf. Dass bei dieser härtesten Prüfung der läuferischen Gegenwart das Ziel noch lange nicht erreicht ist, zeigten auch bei der siebenten Austragung wieder gegen 30% der Athleten, die das Ziel in Chamonix Mont Blanc nicht erreichten und irgendwo auf der Strecke steckenblieben.

Chamonix MontBlanc, 30.8.09 (mk) 48 Stunden ist die Maximale Zeit, die ein Athlet für die gesamte Strecke benötigen darf. Die Abstände sind riesig - der Drang nach Ruhm gross! Doch nur 1382 der 2000 Startenden haben dieses Jahr das Ziel erreicht - eine Ausfallquote gegen 30%!! Das Wetter war sicher ausschlaggebend. Auf dem Col Ferret auf 2683mü.M. war die Temperatur am Samstagmorgen gerade mal 2° C und es pfiff ein starker Nordwind über die Passhöhe. Nur durchtrainierte, harte Männer und Frauen, die sich schon jahrelang mit ihrem inneren Schweinehund auseinandersetzen haben die Kraft, die Ausdauer und den Willen, diese über die Grenzen jedes Athleten gehende Strecke zu bewältigen. Warmduscher und Gelegenheitsathleten werden stehengelassen oder versagen jedes Jahr erbärmlich. The North Face Ultra Trail ist der Kick der erfahrenen Generation der Mutigen, derer, die den absoluten Laufkick suchen. Immer mehr junge Extremsportler schliessen sich dem verrückten Haufen an und haben mittlerweile zum Zweitenmal die Vormacht am UTMB übernommen. Mit dem 21-Jährigen Spanier Kilian Jorne und seinen Trabanten, ist eine neue, noch verrücktere Generation nach Marco Olmo und Co. auf dem Rundwanderweg des Mont Blanc unterwegs.

Kämpfen bis zum umfallen - laufen bis zum Niedergang

Viele der Laufverrückten merken schon bald, dass die 165,8km Mont Blanc extrem, wohl eine Nummer zu gross ist. Rennen durch die Nacht und über stockdunkle, steinige Alpweiden ist anders, als ein Marathon auf heimeligen Feldwegen. Rennen am Ultra Trail ist Extremsport und dies in höchster Vollendung. Wer durchkommt darf sich mit Recht als harter und willensstarker Sportler fühlen. Wer durchfällt, schmerzt es umso mehr - den der Aufwand und die Vorbereitung war genauso gross wie bei den Finishern. Doch Kleinigkeit wie Erfahrung und die Vernunft zählen manchmal mehr als der Drang zum Glück. Wer in den ersten Stunden weit hinten ist, kann auf den letzten 50 Kilometern bereits weit vorne sein. Es gibt aber immer wieder Athleten, die nur durch aerztliche Verordnung aus dem Rennen genommen werden müssenn. Sie laufen wie ein Computer durch die Gegend - manchmal eher dem Kriechen nahe oder der Gangart eines Schwerstverletzten. Der UTMB kennt da keine Grenzen, ein Drama folgt dem Anderen. Und viele der Athleten erhalten bei der Konsultation nach dem Rennen von ihrem Hausarzt ohne weiteres eine zweiwöchige Zwangsverordnung zur Erholung. Nicht wenige schunden ihren Körper bis zum Gehtnichtmehr oder bis kurz vor dem Kollaps. Der Mont Blanc ist erbarmungslos - die Läufer sind es allerdings mit sich selbst auch.

Kilian Jornet der jungendliche Winner!

Letztes Jahr versuchte man seinen Sieg noch durch Einsprachen wegen seinen Tenues zu verhindern, dieses Jahr bewies der junge 21-Jährige Andalusier aber auch mit Rucksack, dass er auf der ganzen Welt keinen Läufer in den Bergen zu fürchten hat. Kilian Jornet lief allen davon und kam schliesslich mit über einer Stunde Vorsprung in Chamonix Mont Blanc an.

Lizzy Hawker musste sich ihren Verletzungen beugen

Seriensiegerin Lizzy Hawker konnte ihren letztjährigen Sieg nicht wiederholen. Sie lief bis zu Kilometer 122,8 souverän an der Spitze, beklagte sich aber schon seit dem Col Ferret über Fussbeschwerden. Ihre Zähheit, ihr Wille und ihr läuferisches Können brachten sie aber immerhin noch auf Platz zwei. Dem Lächeln der smarten, in der Schweiz lebenden Doktorin der Umwelt, hat dabei die rangmässige Niederlage nicht geschadet - im Gegenteil es ist noch schöner geworden.

Die Rangliste

1. Kilian JORNET SALOMON SANTIVERI ES H 21:33:18 Espagne
2 Sebastien CHAIGNEAU SE H 22:36:45 01:03:27 France
3 Tsuyoshi KABURAKI THE N. F. JAPAN 22:48:36 01:15:18

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Frauen Overall

1 Kristin MOEHL PATAGONIA ULTRARUNNING TEAM 24:56:01 Etats-Unis
2 Elisabeth HAWKER North F. T. 26:04:42 01:08:41 Royaume-Uni
3 Monica AGUILERA VILADOMIU SALOMON SANTIVERI 29:17:31 04:21:30 Espagne
4 Denise ZIMMERMANN LAUFTREFF MELS 31:16:38 06:20:37 Suisse
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Lizzy Spezial

Leserkommentare (0) »

Sie kommen kurz vor Torschluss nach 108,1km um 23.00 Uhr in La Fouly an und wollen weiter. Weiter um jeden Preis. Laufen können sie längst nicht mehr. Sie gehen an ihren Bergstöcken wie an Krücken- und hätten die Walker nicht begonnen mit Skisstöcken die auch auf Wegen und Strassen tauglich sind, würde ihnen nicht viel mehr übrig bleiben als von Baum zu Baum oder sich von Pfeiler zu Pfeiler fortzubewegen. Sie sind bereits nach gut Hundert Kilometern am Ende. Die meisten, die um diese Zeit noch vor Schluss ankommen, werden den nächsten Punkt in Champex nicht mehr zeitig erreichen. Irgendwo in der Wildnis - im finsteren Wald des La Ferret, werden sie sich erschöpft niedersetzen und ihren Traum des Finisher des UMTB entschwinden lassen.

Japans bester Langstreckenläufer aller Zeiten, Tsuyoshi KABURAKI lief beim ersten Start in Europa auf Platz Drei.

Verfolgt von 32 japanischen Reportern! Die Japaner begleiteten ihren Landsmann hautnah auf den 165,8 km. Welche Begeisterung und welche Euphorie sie dabei an den Tag legen, zeigt dieser Reporter. Extremlauf hat ihn Japan einen hohen Stellenwert.

Hier noch an dritter Stelle liegend - unterhalb des Col Ferreit bei km 100,8.

...und hier die grosse Enttäuschung! Julien muss aufgeben. Hinten links sieht man ein weiteres prominentes Opfer bereits im Freizeittenue. Sherpa, der schon einige male in die Top Drei lief, verpasste den Anschluss schon relativ früh, verlief sich auch noch und gab in der Nähe von Courmayeur auf.

Was beim laufen noch als holprig und unregelmässig ansieht - entpuppt sich beim Arzt als Blase mit aufgerissener Haut und geschwollemen Fuss. Guillaume Millet musste seinen hier noch elften Rang mit einer Pause und abschliessendem 71. Rang tauschen. Als Spitzenläufer hat er aber auf die Zähne gebissen und ist in einer fantastischen Zeit und grosser Held durchgekommen.

 

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