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25. August 2008, 00:31
Das Leiden am Piz Kesch
Dramatik pur und das Feuer der Begeisterung
Wer von den LäuferInnen am Samstag den K78 zu Ende gelaufen ist, der darf sich im wahrsten Sinne des Wortes ein echter Finisher nennen. Von den 1149 Startenden am K78, kamen lediglich 839 ins Ziel (37% Ausfälle) - der Rest wurde auf der Keschütte aus dem Rennen genommen oder gab irgendwo auf der Strecke auf.
(mk) Wer von den LäuferInnen am Samstag den K78 zu Ende gelaufen ist, der darf sich im wahrsten Sinne des Wortes ein echter Finisher nennen. Von den 1149 Startenden am K78, kamen lediglich 839 ins Ziel (37% Ausfälle) - der Rest wurde auf der Keschütte aus dem Rennen genommen oder gab irgendwo auf der Strecke auf. Ob die vielen Ausfälle mit der Herabsetzung der Zeitlimite zu tun haben, lässt sich im Moment noch nicht genau sagen, nimmt aber bestimmt einen ganz gewaltigen Schwerpunkt ein. Mit seinem Aufstieg von Bergün zur Keschütte - dem Panoramatrail zwischen Keschhütte und Scaletta Pass und dem über 20km langen Abstieg nach Davos, gehört der Swiss Alpin zu den härtesten Prüfungen im Laufsektor und ist nicht Jedermanns Sache. Wer nicht gut trainiert ist, sich nicht wohlfühlt oder sonst mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat, der hat auf dem Swiss Alpin Marathon K78 nichts zu suchen. Neben den vielen Gefahren des Ausrutschens etc. muss man sich stet's bewusst sein, der Swiss Alpin Marathon führt durch hochalpines Gelände. Die, die's geschafft haben, freuten sich um so mehr, beim überqueren der Ziellinie beim Eissportstadion in Davos.
Die Tücken des Gebirges
Der Alpin K78 hat wenig mit einem gewöhnlichen Marathon zu tun. Nicht nur die Länge, sondern auch die vielen steilen Rampen, bringen die LäuferInnen zur Verzweiflung. Der Einlauf in die ersten 5 Km, bringt schon die Meisten in arge Bedrängnis weil hier mit einem horrenden Tempo der erste und praktisch einzige flache Abschnitt in Angriff genommen wird. Wer hier nicht aufpasst, sein persönliches Tempo läuft, wird es spätestens beim ersten zackigen Aufstieg nach Bergün bereuen. Auch am vergangenen Rennsamstag lief die Spitze in Rekordzeit durch die frühmorgendliche Davos Landschaft. Was bei solchem Rekordmodus eigenartig ist, ist - dass hinterher bis zur letzten Startnummer ebenfalls grosse Hektik herrscht. So auch am Samstag. Diese ersten Kilometer waren für viele bereits das Aus.
Viele unterschätzen den K78
Wer noch nie den K78 gelaufen ist, tut gut daran, im Vorfeld des Laufes einmal zur Keschhütte zu laufen. Hier wird ihm bewusst, was es heisst, nach noch nicht einmal der Hälfte der Distanz diese 1300 Höhenmeter empor zu steigen. Der Weg ist steil und braucht viel Kraft. Selbst die Spitzenläufer gehen hier im Wanderschritt. Doch die Schönheit dieses Fleckens Natur, dass seit kurzem zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört hat viel zu bieten. Die Aussicht bereits beim Aufstieg auf Gletscher, Bergbäche und den Piz Kesch der fast 3500m höher über alles tront ist überwältigend. Dies mag wohl eines der Zeichen sein, warum sich viele Freizeitsportler gerade solche Läufe aussuchen. "Hier bist Du mit deinem inneren Schweinehund wirklich allein." Dies jedenfalls meint ein Läufer, der nach erreichen der Hütte gemütlich sein Zvieribrot isst!
Fotos Andrea Krebs - Andrea Derungs - Marcel Krebs
28.7.08Marcel Krebs, Davos. Wer von den LäuferInnen am Samstag den K78 zu Ende gelaufen ist, der darf sich im wahrsten Sinne des Wortes ein echter Finisher nennen. Von den 1149 Startenden am K78, kamen lediglich 839 ins Ziel (37% Ausfälle) - der Rest wurde auf der Keschütte aus dem Rennen genommen oder gab irgendwo auf der Strecke auf. Ob die vielen Ausfälle mit der Herabsetzung der Zeitlimite zu tun haben, lässt sich im Moment noch nicht genau sagen, nimmt aber bestimmt einen ganz gewaltigen Schwerpunkt ein. Mit seinem Aufstieg von Bergün zur Keschütte - dem Panoramatrail zwischen Keschhütte und Scaletta Pass und dem über 20km langen Abstieg nach Davos, gehört der Swiss Alpin zu den härtesten Prüfungen im Laufsektor und ist nicht Jedermanns Sache. Wer nicht gut trainiert ist, sich nicht wohlfühlt oder sonst mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat, der hat auf dem Swiss Alpin Marathon K78 nichts zu suchen. Neben den vielen Gefahren des Ausrutschens etc. muss man sich stet's bewusst sein, der Swiss Alpin Marathon führt durch hochalpines Gelände. Die, die's geschafft haben, freuten sich um so mehr, beim überqueren der Ziellinie beim Eissportstadion in Davos.
Die Tücken des Gebirges
Der Alpin K78 hat wenig mit einem gewöhnlichen Marathon zu tun. Nicht nur die Länge, sondern auch die vielen steilen Rampen, bringen die LäuferInnen zur Verzweiflung. Der Einlauf in die ersten 5 Km, bringt schon die Meisten in arge Bedrängnis weil hier mit einem horrenden Tempo der erste und praktisch einzige flache Abschnitt in Angriff genommen wird. Wer hier nicht aufpasst, sein persönliches Tempo läuft, wird es spätestens beim ersten zackigen Aufstieg nach Bergün bereuen. Auch am vergangenen Rennsamstag lief die Spitze in Rekordzeit durch die frühmorgendliche Davos Landschaft. Was bei solchem Rekordmodus eigenartig ist, ist - dass hinterher bis zur letzten Startnummer ebenfalls grosse Hektik herrscht. So auch am Samstag. Diese ersten Kilometer waren für viele bereits das Aus.
Viele unterschätzen den K78
Wer noch nie den K78 gelaufen ist, tut gut daran, im Vorfeld des Laufes einmal zur Keschhütte zu laufen. Hier wird ihm bewusst, was es heisst, nach noch nicht einmal der Hälfte der Distanz diese 1300 Höhenmeter empor zu steigen. Der Weg ist steil und braucht viel Kraft. Selbst die Spitzenläufer gehen hier im Wanderschritt. Doch die Schönheit dieses Fleckens Natur, dass seit kurzem zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört hat viel zu bieten. Die Aussicht bereits beim Aufstieg auf Gletscher, Bergbäche und den Piz Kesch der fast 3500m höher über alles tront ist überwältigend. Dies mag wohl eines der Zeichen sein, warum sich viele Freizeitsportler gerade solche Läufe aussuchen. "Hier bist Du mit deinem inneren Schweinehund wirklich allein." Dies jedenfalls meint ein Läufer, der nach erreichen der Hütte gemütlich sein Zvieribrot isst!
Bereits auf den ersten Kilometern bildet sich eine endlose Schlange von Läufern!
Über den Panoramatrail zwischen Keschhütte und Scalettapass
Wer es in einer einigermassen respektablen Zeit schafft zur Keschhütte hoch zu kraxeln, der hat den wohl schönsten Teil des K78 inmitten eines Hochalpenparadieses vor sich. Genau unter den steilen Abhängen des 3500m hohen Piz Kesch durch und rundum Hochalpenfauna mit Gletschern links und rechts des Trails. Als Höhepunkt durch's Schneefeld und die mit vielen Felsbrocken übersäte Steigung zum Scaletta Pass hinauf, erfüllt das Läuferherz mit Wonne. Es gibt viele Geniesser unter den 1130 Startenden. Man kann auch ein schneller Läufer sein und trotzdem an den schönsten Punkten eine wohlverdiente Rast machen und, die Bergkulisse bestaunen die rund um in stolzer Pracht steht.
Auch Laufstar's müssen Leiden
Auch viele Top-Läufer kämpften sich mit letzter Kraft den steilen Aufstieg von Bergün zur Keschhütte hinauf. Wer ganz vorne in der Spitze mitlaufen will, der muss schon einiges entbehren. So auch die lange Zeit verletzte Lizzy Hawker, die ihren Motor noch nicht auf frühere Level bringt. Um so mehr ist ihre Leistung zu bewundern. Die zarte Engländerin schonte sich absolut nicht und ging das Rennen sehr schnell (zu schnell?) an und musste dann erstmals im Aufstieg nach Bergün Gas zurück nehmen. So kam ihr die spätere Siegerin Jasmin Nunige näher und konnte sie oberhalb Bergün einholen und distanzieren. Das Rennen am heutigen K78 war auch ganz anders als andere Jahre. Das Wetter eigentlich ideal, doch mit einer hohen Luftfeuchtigkeit belastet - und wenn die Sonne schien, so brannte sie unbarmherzig auf die Läufer nieder. "Ich bin aber glücklich, dass meine Gesundheit Bestand gehalten hat, meine Verletzung kaum noch spürbar war. Ich freue mich über den zweiten Platz und gönne Jasmin den Sieg. Ich musste mich im Aufstieg zur Keschhütte mehrmals Übergeben und dachte schon daran aufzugeben. Die Natur, die Schönheit der Berge und die wunderbare Luft haben mich dann zu anderen Gedanken bewegt. Aber - ich musste leiden - leiden und auf die Zähne beissen. Trotzdem ein herrlicher Tag!" So Hawker, die in gut vier Wochen den legendären The North Face Ultra Trail in Chamonix Frankreich rund um den MontBlanc bestreitet. (Sportheute.ch berichtet darüber) Dort sind aber die doppelte Distanz vom K78 zurückzulegen. 166,5km kommen auf die Läufer zu - und dies in stockfinsterer Nacht und unter brennender Sonne. 22-46 Stunden sind dort die Läufer unterwegs.
Jasmin Nunige lief am Samstag ihr Rennen! Sie hatte endlich wieder ihren Tag - Jasmintag! ' Ein Wunderbares Gefühl, als Erste hier ins Ziel einzulaufen. Unterwegs kennt dich jeder Zweite. Wann war Sieg sicher? Kurz vor Teufi. Mir wurde zugerufen, ich hätte über 5 Minuten Vorsprung. Da dachte ich mir, dann kann nicht mehr viel passieren. 5 Minuten auf 7 Kilometer, da war ich mir schon sicher. Und habe schon Bilder im Kopf gehabt, wie es beim Zieleinlauf 2005 war. Familie hat gewiss Einschränkungen gehabt, vielleicht kann ich im Herbst mit der Familie ans Meer fahren und die Familie belohnen.
Schweizer Sieg durch Jasmin Nunige
Wie gut sie heute drauf war, spürte man förmlich. Unten läuft Jasmin nach dem steilen Aufstieg hinauf nach Bergün wie auf "Schienen". Dass sie noch lächeln kann, zeigt ihre samstägliche Form. Die ehemalige Olympiadritte im Skilanglauf freute sich jedenfalls über ihren gelungen Lauf.
Jonas Buud aus Schweden konnte seinen brillianten Vorjahressieg wiederholen. Er lief sehr geschickt mit viel Übersicht und liess sich von der Startattacke des Finnen Anssi Raittila nicht beeindrucken und lief sein Tempo in der Verfolgergruppe.
Der 34jährige Consulting Manager aus Gävle Schweden ist ein gewiefter Taktiker und kann wie kein anderer sein Rennen und seine Chancen sehr gut einschätzen. Man hatte eigentlich über die gesamte Renndistanz das Gefühl, dass sich der Schwede nie ganz ausgegeben hat. Seine Stärke der Berglauf, spielte er im Aufstieg zur Keschhütte aus, wo er alle um Minuten distanzierte. Auf die Frage auf den Vergleich von 2007 und heute meinte er:"Beides sind sehr schöne Siege. 2007 wusste keiner von mir, dieses Jahr war ich der Favorit. Das ist auch sehr gut." Laufeindrücke habe er gute gewonnen. Und Davos gefalle im sehr - er sei schon länger da, sei allerdings immer gewandert und nur zweimal gelaufen. Auf die Frage was er mit dem Preisgeld mache antwortete Buud:" Sparen und wieder kommen....!"
Der K78 gehört zu den ganz harten Prüfungen auf Europas Ultra Marathonstrecken. Landschaftlich kaum zu überbieten und organisatorisch ist der K78 auf einer Spähre, die auf einem anderen Stern steht. An jeder zentralen Stelle ist ein Arzt anwesend, Pflegepersonal, Massagepersonal und Helfer, die den Athleten jeden Wunsch von den Lippen lesen. Medizinisch steht der k78 weit vorne an der Spitze sämtlicher Bergläufe. Zudem verfügt der Davoser Swiss Alpin über eine Zeitmessung die tadellos funktioniert - einer Duschanlage wo auch nach Stunden noch warmes Wasser zur Verfügung steht - einem Start und Zielraum der alles übertrifft und, einem O.K. dass sich in jeder Sekunde um die Läufer kümmert und den K78 fest im Griff hat.
Mein Geschenk - mein Traum - meine Welt!
Wer als Athlet, als Athletin - am morgen um Viertel nach Acht am Start steht und mit der Musik von Vangelis -"Conquest of Paradies" auf die Reise geschickt wird - den durchlaufen tiefste Gefühlsmomente und er weiss, dass er es heute eine grosse Leistung vollbringen muss und auch wird. Er ist mental mit dem Lauf - der Natur Eins in Eins verbunden - er spürt, es steht etwas grosses bevor - eine Herausforderung die viel von ihm abverlangt. Gewissermassen eine Prüfung mit sich selbst. Und doch sein Herz sagt ja - ja, ich will es schaffen - ja, ich will mein Bestes geben - ja, ich will meine Wünsche erfüllen und ja, ich will hoch oben in den Bergen spüren, wie nah ich dem weiten, weiten Universum bin - dort oben zu laufen ist für mich schon ein Sieg, gleich welchen Rang schlussendlich herauskommt. Kein schöneres Gefühl wird es geben - meinen Sport - meinem Körper und meiner Seele - das Gefühl der Unendlichkeit zu schenken. Ich werde auch die Schönheiten der Natur kennenlernen - auch wenn ich schweissgebadet mit letzten Kräften zur Keschhütte raufkomme. Einmal bin ich ganz mich - für mich - und fliege in Gedanken ganz leicht über die grossen Berge. Ich bin der Sieger - die Siegerin. Ich habe Monate dafür trainiert, hart gearbeitet, geschwitzt und viel von meiner Freizeit dafür gegeben, ja vielleicht auf vieles verzichtet und dass ist mein Lohn dafür - mein persönliches Geschenk - das wundervollste, dass es heute an diesem Tag gibt.
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Konrad Von Allmen - der zweite Sieger Der bald 39-jährige von Allmen lief den K 78 wie in seinen besten Zeiten als Triathlet. Man merkte dem Oltener sofort die grosse Erfahrung über Langdistanzen an. Immerhin war er Weltmeister auf der Langdistanz der Triathlon Amateure und verbuchte mehrere Podestplätze in wichtigen Rennen dieser Disziplin. Von Allmen - ein Kämpfertyp, wusste genau wie er sein Rennen angehen musste. Eigentlich von allem Anfang an, lief er wie der spätere Sieger Buud - Seite an Seite - bevor er im Aufstieg zur Keschhütte den Schweden ziehen lassen musste. Dass er sich über den zweiten Platz ebenso freute wie der Sieger - emotional um einige Stufen stärker - ist eine der schönen Seiten des harten Marathonsportes. Wir möchten auf jedenfall Konrad von Allmen bald wieder auf einer der superstarken Marathonstrecken wieder sehen. Vielleicht ergibt sich dass ja bald am Jungfrau Marathon im September.












