Donnerstag, 24. Mai 2012, 00:45:13 Uhr

30. Juli 2009, 23:51

Ein Lauffeuerwerk der Vollendung

Der Swiss Alpine Marathon erstrahlt im neuen Glanz

Die 24. Auflage des Swiss Alpine Marathon's in Davos erlebte eine neue noch grössere Welle der Laufbegeisterung. Über 4000 Laufverrückte machten sich am Morgen nach Acht auf den Weg um das Phänomen Swiss Alpine Marathon weiter wachsen zu lassen. Die Paradestrecke über 78km im hochalpinen Gebirge forderte den Athleten alles ab. Eines der grossen Dramen zum 2606mü.M hohen Scarlettapass hinauf, lieferte die 100km Siegerin von Biel - Deborah Balz. Wie schon oft, spielten ihr ihre Beine einen Streich bei den steilen Ablauframpen mit bis zu 25% Gefälle. Schlussendlich konnte sich Deborah nur mit grösster Mühe mitten unter den letzten Gruppen die schwere Steigung hinauf kämpfen, wo sie entkräftet aufgeben musste. "Die Enttäuschung ist gross", meinte die auf dem Weg zum Podest laufende und dabei apprupt abgebremste Rheintalerin.

Brüttisellen, 25.7.09 (mk) Der neue Sponsor scheint dem OK Flügel überracht zu haben. Jedenfalls erstrahlte die 24. Austragung im schönsten Licht des Landwassertals. 4721 Laufverrückte nahmen an den diesjährigen hochalpinen Veranstaltung teil. Das nördliche Laufwunder wurde mit 135 Laufbegeisterten aus Schweden zusätzlich zum leuchten gebracht. Für die Schweiz gab es am Königswettbewerb 2 Ehrenplätze durch den Wallisser Jean-Yves Rey und bei den Frauen durch die Einheimische Jasmin Nunige. Beide Sieger stammen allerdings aus Schweden. Dabei der Vorjahressieger mit der neuesten Errungenschaft des grünen Lorbeerkranzes einen klassischen Hattrick feiern konnte. Seine mitgebrachte Landsmännin Lena Gavelin verblüffte mit ihrer Lauftechnik mitten im Männerfeld. Sie nahm Nunige bis ins Ziel über 18 Minuten ab.

Jonas Buud mit dem Hattrick

Der Schwede Jonas Buud war auch bei der diesjährigen Austragung nicht zu bremsen. Im Aufstieg zur Keschhütte, legte er so ein Tempo vor, dass sich seine Konkurrenten reihenweise verabschiedeten. Mit einem Vorsprung von sage und schreibe über 18 Minuten, traf Buud im Ziel in Davos ein.

Eine neue Siegerin bei den Frauen

Lena Gavelin aus Schweden übertraf alles. Sie hielt sich anfänglich zurück, drehte dann aber so auf, dass sie Lizzy Hawker der zweimaligen Gewinnerin des Swiss Alpine Marathon über 16 Minuten abnahm. Lizzy Hawker kuriert nach wie vor Verletzungen aus und musste sich als Zweite mit einem Gewaltsrückstand auf Gavelin zufrieden geben. Sie konnte ihren Minivorsprung gegenüber der Verfolgenden Jasmin Nunige knapp über das Zielband retten.

Das Drama am Scarlettapass

Die Rheintalerin Deborah Balz wuchs auch am heutigen Renntag über sich hinaus und konnte die zweimalige Siegerin Lizzy Hawker auf Distanz halten. Auf dem Panoramatrail zwischen der Keschhütte und dem Scarlettapass, musste Deborah das Rennen aufgeben. Starke Schmerzen im rechten Oberschenkel, machten jegliches laufen unmöglich. Mit knapper Not konnte sich Deborah zur Scarlettahütte durchkämpfen, wo sie entkräftet in sanitätische Obhut genommen wurde und persönlich ihr heissgeliebtes Rennen aufgeben musste.

Deborah die Powerfrau aus dem Rheintal

Natürlich ist die Enttäuschung gross, meinte sie - doch die Kilometer, die ich gelaufen bin - haben mir so viel Freude gebracht, dass ich allein von diesen Erlebnissen zerren kann. Es war ein wunderschöner Tag, ein wunderschöner Ultra Marathon - Pech gehabt - ich bin noch jung und meine Zeit wird noch kommen." Diese Worte einer grossartigen Sportlerin gehen tief und wer Deborah Balz kennt weiss, dass die 100km Siegerin von Biel das Lauferlebnis in den Vordergrund stellt, egal welche Veranstaltung. Sie will mit ihren Augen und ihrem Körper geniessen. Die Schönheit der Natur - das grosse Aha im Wettbewerb und das alles aus Spass und Freude passieren muss - einfach so, zu Wohl im Leben.

Manchmal hat man einen Traum

Für viele der über 4000 Freizeitsportler ist an diesem Wochenende im sportbegeisterten Davos ein Traum in Erfüllung gegangen. Dabei müssen sie nicht einmal Sieger in einem der Wettbewerbe gewesen sein. Allein die Leistung zählt, die jeder Athlet erbracht hat - und die ist gross, riesengross. Nach all den Strapazen sah man überall im Zielraum leuchtende Augen, Augen die Zuversicht und Zufriedenheit ausstrahlten. Der Traum ist Wirklichkeit geworden. Der Traum vom grossen Laufvergnügen, von der Achtung vor sich selbst und der eigenen Leistung, der Achtung aber auch gegenüber seinen Lauffreunden und Marathönler. Und mancher ist mit dem Gefühl vom ewigen Glück nach Hause gegangen, Glück dass ihn im beruflichen Alltag wieder Monate weiter trägt mit der Erinnerung, Davos war eindrücklich, der Swiss Alpine Marathon wunderschön.

Resultate
K78 / Topten Resultate Herren
1. Jonas Buud (SWE) 05:48:43
2. Jean-Yves Rey (SUI) 06:07:15
3. Antonio Armuzzi (ITA) 06:09:26
4. Nick Sharp (GBR) 06:18:52
5. Beat Bieri (SUI) 06:25:57
6. Christian Stork (GER) 06:29:18
7. Matthias Dippacher (GER) 06:35:35
8. Patrick Brenner (SUI) 06:36:43
9. Ruedi Bärtschi (SUI) 06:39:41
10. Adrian Brennwald (SUI) 06:41:01

K78 / Topten Resultate Damen
1. Lena Gavelin (SWE) 06:41.30
2. Elizabeth Hawker (GBR) 06:57:51
3. Jasmin Nuninge (SUI) 06:58:35
4. Gaby Steigmeier (SUI) 07:21:38
5. Denise Zimmermann (SUI) 07:32:51
6. Jeanette Dalcomo (SUI) 07:38:47
7. Elke Hiebl (GER) 07:47:25
8. Mase Chigaya (JPN) 07:49:54
9. Bettina Leimgruber (SUI) 07:50:59
10. Miriam Schmidt (GER) 08:06:59

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