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22. Juli 2009, 08:18
Fernsehbilder als Ansporn in delikaten Rennphasen
Bei ihrer fünften Teilnahme am K78 des Swissalpine Marathon in Davos strebt Jasmin Nunige den dritten Sieg an. Zuversicht hinsichtlich der Verwirklichung dieses Vorhabens verleiht der Bündnerin die zufrieden stellende Vorbereitung.
Davos, 21.7.09 (mk) Von Anita Fuchs
Jasmin Nunige denkt gerne an den letztjährigen Swissalpine Marathon. Nachhaltig in Erinnerung blieb ihr insbesondere der stimmungsvolle und von vielen Emotionen geprägte Zieleinlauf. Aber auch der von ihr ebenfalls bravourös gemeisterte Auftritt im Sportpanorama des Schweizer Fernsehen am Tag nach dem Triumph. „Das Echo war noch grösser als nach meinem Sieg im Jahre 2005; ich erhielt unzählige positive Rückmeldungen“, sagt sie.
Die Bilder, welche SF1 vor Jahresfrist in der Sonntagabend-Sendung ausstrahlte, wird sich Nunige in den nächsten Tagen erneut ansehen. Aus Motivationsgründen, wie sie sagt. „In schwierigen Phasen werde ich sie am Swissalpine Marathon visualisieren.“ Die Davoserin macht kein Geheimnis daraus, dass sie nach den beschwerlichen 78 Kilometern, auf denen es je 2260 Meter auf- und abwärts geht, wiederum als erste Frau am Ausgangspunkt eintreffen will..
Gezielt ausgewählte Wettkämpfe
Als nicht zu unterschätzender Vorteil erweisen sich für Nunige die Kenntnisse der von Davos nach Filisur, Bergün, die Keschhütte, den Scalettapass und zurück zum Ausgangspunkt führenden Strecke. Zudem besitzt sie als clevere und routinierte Läuferin die Fähigkeit, ein Rennen richtig einzuteilen. Dennoch: Vor einem kompletten Zusammenbruch, hervorgerufen durch gesundheitliche Probleme, ist auch die zweifache Mutter und medizinische Masseurin nicht gefeit.
Als Vorbereitung auf den Saisonhöhepunkt bestritt Nunige ab März jeden Monat einen gezielt ausgewählten Wettkampf. Erst den Kerzerslauf (6. Kategorienrang), anschliessend den GP Bern (5.) und danach den ebenfalls in Bern stattfindenden Frauenlauf (20. Rang). Bei letzt genannter Veranstaltung entschied sich die 35-Jährige für einen Start auf einer für sie ungewohnten Distanz. „Ich wollte schauen, wo ich über fünf Kilometer im Vergleich zu den anderen Schweizerinnen stehe“, erklärt sie.
Kein Kopfzerbrechen wegen Aufgabe
Den einzigen Wertmutstropfen in der Vorbereitung stellte die vorzeitige Aufgabe am Graubünden Marathon Ende Juni dar. Doch dafür hatte Nunige eine Erklärung: Zwei Tage vor dem Wettkampf erlitt sie eine Blasenentzündung. „Eigentlich hätte ich nicht starten sollen“, blickt sie zurück. In Churwalden und somit nach etwa einem Viertel der Renndistanz von 42,195 Kilometern obsiegte die Vernunft dann aber doch. „Ich wollte nichts riskieren“, sagt Nunige.
Kopfzerbrechen bereitete ihr der Abbruch nicht. Im Gegenteil; er hatte sogar einen positiven Nebeneffekt: Nunige konnte das hauptsächlich auf Intensität und Rhythmus ausgerichtete Training in den folgenden Tagen gewohnt fortsetzen. Länger als drei Stunden dauerte eine Einheit ohnehin nie. In den letzten eineinhalb Wochen vor dem Swissalpine Marathon nimmt sie es nun etwas gemütlicher; Superkompensation steht auf dem Programm.
Jungfrau Marathon nächstes Ziel
Ausnahmsweise beschliesst Nunige die Laufsaison nicht mit dem Heimrennen. Nach der Aufgabe am Graubünden Marathon hat sie den Jungfrau Marathon ins Auge gefasst. Am Start stehen wird am ersten September-Samstag auch ihr Ehemann und Trainer Guy Nunige.. Der frühere Mittelstreckler begleitete die Kronfavoritin des Swissalpine Marathon in deren Vorbereitung regelmässig und gewann den 20-Miles-Bewerb innerhalb des Graubünden Marathon. Und dies notabene bei seinem ersten Wettkampf seit sieben Jahren.
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