Donnerstag, 9. Februar 2012, 01:46:44 Uhr

02. Juli 2009, 16:28

Nur nach oben - Richtung Rothorn!

Die unglaubliche Foltertortour am Bündner Hausberg

Der heutige Graubünden Marathon hat sogar alles bisherige an Qualen für die Läufer übertroffen. Der Wettergott öffnete kurz vor dem Start in Chur die Schleusen und stürzte die Läuferschar ins volle Nass des lausigen Juni Wetters. Ab Lenzerheide galt der Blick für die harten Burschen und Frauen nur noch nach oben, dort, wo alles in dicken Nebel verhüllt war. - Zum fünften Mal gewann der Neuseeländer Johnathan Wyatt den härtesten Lauf der Welt, vor dem deutschen Michael Barz und dem Schweizer Urs Jenzer - der Run auf das 2850m hohe Rothorn. Bei den Frauen siegte die Siegerin von 2006 Rita Born vor der 100km Siegerin von Biel Deborah Balz und Carolina Reiber aus Kehrsatz bei Bern.

Lenzerheide, 27.6.09 (mk) Der Graubünden Marathon forderte wieder den Athleten alles ab. Nicht, dass die Steigungsprozente schon genug gewesen wären, der Regen, das nasskalte Wetter und der Nebel waren zusätzliche Erschwernisse für das Laufvolk. Nur wer zu den harten Männern und Frauen gehörte, vermochte die 42km einigermassen schadlos zu überstehen.

Favoritensterben

Bei den Männern musste der Engländer Cock schon bald Federn lassen und aufgeben. Der letztjährige Zweite war heute nicht in Form. Bei den Frauen schied ebenfalls schon bald die grosse Favoritin Jasmin Nunige aus.

Wayatt einer der kaum zu überbieten ist

Johnathan Wayatt zeigte heute wieder einmal, was er als siebenfacher Weltmeister drauf hat. In einem ungefährdeten Start-Zielsieg holte er auf den zweiten, den Deutschen Michael Barz über 20 Minuten Vorsprung heraus.

1. Wyatt Jonathan, 1972, NZL-Neuseeland 3:29.08,3 (1)
2. Barz Michael, 1973, D-Durach 3:49.15,6 (3)
3. Jenzer Urs, 1970, Frutigen 3:49.33,7 (306)

Die Siegerin von 2006 auch die Siegerin vom aktuellen Jahr

Rita Born lief ein wahrlich gutes Rennen. Sie liess sich auch nicht vom grossen Vorsprung der Bernerin Reiber beeindrucken und holte die steile Rampe zum Rothorn hinauf, Meter um Meter auf. Auch Deborah Balz vermochte die anfänglich Führende Reiber noch zu überholen.

1. Born Rita, 1975, Frenkendorf 4:21.57,9 (560)
2. Balz Deborah, 1979, Grub SG 4:26.32,6 (502)
3. Reiber Carolina, 1973, Kehrsatz 4:28.05,6 (505)

Gesamtrangliste

Leid und Leben - Fluch und Kampf

Die letzten fünf Kilometer mit gegen 1000 Höhenmetern von der Alp Scharmoin hinauf ins Ziel dem 2865m hohenRothorn sind nicht nur extrem steil, sie hatten am Samstag auch ihre Tücken. Nicht weniger als fünf kleinere Schneefelder waren zu überlaufen. Aus sich allein abgestellt, weit draussen in der Natur, musste jeder dem drohenden Höllen- feuer entrinnen. Auf dieser steilen Rampe stürzten sogar die Besten. Der obere Teil war dann noch komplett in Nebel gehüllt, was der Moral auch nicht besonders gut tat. Auf diesen 5Km verloren Carolina Reiber ihr Rennen und Urs Jenzer musste noch den Deutschen Michael Barz vorbeiziehen lassen.

Wer als Finisher den Marathon gelaufen ist, der weiss noch Jahre später darüber zu berichten. Der Graubünden Marathon gehört für jeden Läufer dann endgültig zum härtesten Marathon der Welt.

Leserkommentare (1) »

Urs Jenzer vor Gian-Andrea Bundi, dem Sieger des Engadiner Skimarathons 2005 und des Militärlanglaufweltmeisters 2006.

Rita Born. Ich lief das gesamte Rennen locker. Es war wunderschön. Dabei war wichtig, dass ich mein Tempo durchlief und mich nicht von der frühen Attacke von Carolina Reiber verleiteen liess.

Deborah Balz - Zweite. Ein ganz tolles Rennen. Dass ich noch zweite geworden bin ist umso schöner. Ich lief mein eigenes Rennen, locker, behutsam und voller Energie. Laufen ist für mich Freude. - Die angehende Lokführerin der SBB genoss es auch sichtlich, die Marathonstrecke zu laufen.

 

Weitere Bilder:   [ 1 - 10 ]   [ 11 - 20 ]   [ 21 - 30 ]   [ 31 - 32 ]