Dienstag, 21. Mai 2013, 13:41:17 Uhr

01. April 2009, 23:07

Das mörderische Inferno eines brutalen Hindernisrennens

....und ein gefallener Held! - Der Fisherman's Strongmanrun

Wer ihn in irgendeiner Weise überstanden hat, der kann von Glück reden. Wer durch das 5°C kalte Wasser geschwommen ist, von einer Tortour wie im Sadomaso Studio. Doch dass ist noch nicht alles, 1km durch eine schlammartige 30cm tiefe Masse zu traben, zum Schwimmunterricht noch eine 120cm tiefe 200m lange Badewanne, Sprünge ab 4m hohen Strohballen und Kletterkünste in 6m Höhe - dies alles durften die fast 8000 Stronger am Wochenende im deutschen Weeze geniessen. Schauerfröhliches Spektakel in waghalsiger Gesellschaft. Wunder dauern bekanntlich etwas länger - blaue Flecken erhält man viel schneller. Der Strongman Run hat neben seinem riesengrossen Funeffekt auch einen riesengrossen Bebechen Effekt. Doch sie rennen weiter die tapferen Strongmänner und Strongfrauen. Der gefallene Held kann ebenfalls auf eine stolze Blauflecken-Verabreichung zurückblicken. Fazit zusammengezählt: 1 gebrochenener Finger, Ein verstrecktes Handgelenk, Ein fast ausgerissener Fingernagel, blaue Zehen, eine halb abgerissene Brustwarze, 28 blaue Flecken - verteilt auf 110kg und einer allerdings grossen Fläche Haut und Knochen. Zerissene Kleider und persönlicher Aufgabe nach der ersten Runde. Und auch nach diesem Desaster - ein glücklicher, zufriedener Stronger bin ich geworden. Die Qualen dieser Runde haben meine alltäglichen Qualen im Leben, den Kampf um's Leben und Überleben mehr als erträglich gemacht. Den das normale Leben ist ein Fingerlecken gegen dieses schrecklich-schöne Erlebnis an der deutsch-holländischen Grenze. Ruhm und Ehre hat der Held nicht erlangt, er ist gefallen, gefallen aber mit Ruhm und Ehren. Im Herzen ist er mehr als glücklich. Mut, Kraft und Ausdauer haben ihn 2 1/2 Stunden zu einem neuen Menschen gemacht.

Brüttisellen, 30.3.09 (mk) Tortour pur! oder ein teuflisches Treiben in der Kiesgrube.Wer den Strongman überstanden hat muss mit dem Teufel in einem Bund stecken.

Ein gefallener Held und eine sensationelle Schweizerbilanz

Sportheute Redaktor Marcel lief am Lauf 1 von 2 quälenden Run den. Ein gefallener Held mit einem Lächeln, dass die gerne ertragenen Qualen zeigt. Der Lauf brauchte nicht nur extrem viel Mut, sondern auch eine hohe Fitness. Und trotzdem war es ein einmaliges Erlebnis mit dem Schweizer Fisherman's Team zu starten. Ein Betreuung wie sie sonst nur Top-Athleten zu teil wird, genossen die 14 Schweizer Freizeitsportler in vollen Zügen.

Dass sich gleich zwei Schweizer unter den besten 60 Läufern platzieren konnten, war ein besonders erfreulicher Lichtblick. Gelungen ist dies Rolf Thallinger mit dem 35.Rang, Hans Peter Marti im 51. Rang und Reto Bosshart mit dem 63. Rang.

Die weiteren Schweizer Erfolgsergebnisse
136. Annabelle Grisel, 272. Andreas Steffen, 287. Reto Bosshart, 676. Christof Rusterholz, 815. Vincent Willi, 1037. Benjamin Oser, 1589. Rolf Binz, 1875. Phillippe Bessire, 1970. Rolf Bertschinger, 4581. Sébastien Latin, 4592. Patrick Toggweiler


Leiden- Beten - Hoffen

Warum ausgerechnet eine solche Qual? Warum ausgerechnet so Leiden? Fragen die für die Teilnehmer des Fisherman's Run im deutschen Weeze nur schwer zu beantworten sind. Und wer jetzt meint, dass sei jetzt nur alles geplappert der war noch nie eine der Strongman Frauen oder iher Partnergruppe der Strongman Männer. Zwei Mal die Runde mit total 32 Hindernissen, Hindernissen die nicht nur gemeingefährlich sind, sondern auch das Abschlusstraining eines Crossläufer weit in den Schatten stellen. Mitmachen kann allerdings jeder, der sich beim Arzt den Gesundheitscheck gemacht hat und sich seit Monaten im Dreck und Schlamm ausreichend vorbereitet hat. Er muss nicht nur Waden wie böse Kampfmaschinen haben, sondern Arme die ohne weiteres so an die 2-300 kg tragen können. Ohne diese Voraussetzungen ist der Strongman Run nämlich nicht zu bezwingen. Erbarmungslos ist die Strecke und erbarmungslos ist die Zeitmessung. Den nach 3 Stunden und 30 Minuten, gibt's nicht nur keine Medaillen mehr, nein - Ruhm und Ehre sind verloren.

Du stehst vor dem Hindernis, vor einer blanken Beton-Bunkerwand - an die 6 Meter hoch und denkst, wer zieht mich hier rauf. Du wirst aber weder einen Lift, eine Treppe oder einen Hebekran vorfinden - du bist völlig auf deine mitrennenden Kammeraden angewiesen. Irgendwie wird es gehen. Klar, für den ersten Teil dieser Höhenprüfung hat man dir wenigstens Strohballen aufeinander geschichtet- klar, die sind wenn du in 6000er Position durchrennst so glatt wie Schmierseife und klar ohne weiteres kommst du nicht bis auf die letzten zwei Höhenmeter ran, dafür wurde gründlich gesorgt. Das Ganze wackelt auch noch als wärest du auf einer Segelyacht, mitten auf dem Ozean. So ungefähr musst du dir das vorstellen. Und ihr Lieben, dass ist nur der Anfang oder der Anfang vom Ende? Doch neben all den schrecklichen Hindernissen, die ihr gleich kennenlernt, war das gesamte Lauffest natürlich ein riesiges Lauffest mit einer perfekten Organisation.

Das Wunder vom Weeze Airport

Das ganze Rennen bist du mit der grossen Welt verbunden, den buchstäblich neben der Strecke ist der Flugplatz von Ryan Air. Im Minutentakt siehst du im vorbeirennen verwundert Passagiere durch die Flugzeugfenster
gucken, die sich im Anblick des farbigen Laufvolkes fragen, ob sie im Dschungel, bei Hohl mich hier raus oder in einer Kaserne gelandet sind.

Noch nie habe ich ein so langes Startprozedere erlebt!

Wahrlich ein wunderbarer Start. Nach dem Startschuss spürst Du mal ganz einfach fünf Minuten lang mal überhaupt nichts. Bis die Läuferschlange von 6000 Laufseelen sich in Bewegung setzen kann dauerts. Nach der 200m langen Startbahn gehts gleich in den Wald und dort machst du zwanzig Minuten lang den schönsten Sonntagsspaziergang. Inzwischen hat Nieselregen eingesetzt und das Schleichen im Walde beschert dir die erste Dusche. Aha...jezt endlich! Nach einem Durchlass durch eine schmale Wegschleuse kommt Trab auf. Doch bei mir will es von Anfang an nicht recht. Schon auf den ersten Kilometern weiss ich wie lange die Läuferschlange bei dieser Anzahl Läufern ist! Ich werde durchgereicht wie die vergessene Gurke auf dem Laufband.

Das erste Hindernis - Mit der Nase dem Boden entlang

Und dann kommt es - endlich das erste Hindernis und das gleich in fünffacher steigender Ausführung über fünf getarnte Schnellflieger Hangars. Nur zwei davon hätten sicher auch ihrer Höhen wegen einen Jumbo übernachten lassen können. Es ist nach 6000 Läufern glitschig und du hast nur die Chance auf allen Vieren die 15 Höhenmeter zu erklimmen. Und bereits hier steckte mein Gesicht das erste mal im Dreck. Wunderschöne Aussicht hier oben - und hier wäre auch ein Schild besonders angebracht gewesen, hinunter kommen sie immer - kaum hast du den Fuss Richtung Abgrund gesetzt - da bist du auch schon unten. Blitzschnell hat sich das steile glitschige Terrain sich deiner angenommen und schwups mit drei vier Saltos hinunter gebracht. Dann das Gleiche Fünfmal- mit dem Unterschied, dass der letzte Hügel doppelt so hoch ist, und die letzte Abfahrt von diesem doppellt so steil ist. So hat mir Hindernis 1 jegliche Chance auf eine Spitzenrangierung (meinerseits!- fertiglaufen) geraubt.

Im Zick Zack durch den Wald - In Trance über's Spinnennetz

Vorher kommt aber noch die Reifenprüfung, wo du über hochgestapelte Reifen rennst oder stolperst. Mein Fingerbruch stammt von hier bei Kilometer vier - da bin ich auf einem Reifen - müsste so ein Lamborghini oder Porschereifen gewesen sein - ganz einfach ausgerutscht und Kopfvorüber in einem sechs Reifen hohen Stapel mit dem Kopf vornüber steckengeblieben. Nach einem Fluchen über alle Wildtiere die sich im Wald bewegen, besonders die, die den Bauern die Äcker auffressen - konnte ich mich die Steigung erstmals zum Zielraum hinaufbewegen und gleich auf allen Vieren ausrutschen und mich mutig den Steilhang hinunterstürzen. Dank meines waghalsigen Einsatzes auf den letzten beiden Kilometern hatte ich bis zum Spinnenn-Netz den Anschluss an's Feld geschafft!! - Die Leute standen schon eine Viertelstunde in der Warteschlange um hinauf auf den 6Meter hohen Bunker zu klettern. Das Spinnen-Netz hatte mich also erstmals gerettet. Doch wie hinauf da?? Über aufgestapelte Strohballen, glitschiger hätte es nach Fünftausend Läufer nicht sein können, kam ich auf die Viermetergrenze - dem Ende des Ballenstapels. So - wie jetzt noch die letzten beiden Meterchen ohne Strohballen? Purer Beton, pure Wand - so etwa wie, wenn du unten an der Eigernordwand stehst und sagst, ich .... nie werde ich hier rauf gehen.

Hey Dicker, halt dich fest!! So tönte es auf einmal hinter mir. Und schon waren vier rettende Hände auf Beiden Seiten. Ich stemmt mich hinein und von oben zogen mich wieder zwei starke Hände an der Betonwand entlang - hinauf. Man muss sich das so vorstellen, wie man einen schweren Kartoffelsack eine auf einen Lastwagen zieht. Ein stechender Schmerz und meine rechte Trikotseite war rot voll Blut. Irgendwo hängengeblieben und mein Brustwärzchen hat Schaden erlitten. Gehört einfach dazu dachte ich mir. Und weiter. Dichtes Gedränge auf dieser schönen Aussichts-plattform. Hinunter kommst du immer, dass wusste ich vom Hörensagen. Als ich mich jedoch auf den Abgrund zubewegte, war dies doch verdammt hoch - Steilwand pur - ein riesiges Netz aus Stricken, wie man sie bei einem Ausbildungsschiff der Hochseeflotte kennt. Da hinunter? Ich bin doch nicht Schwindelfrei (Schweinehundchen machte sich bemerkbar) Vorsichtig tastete ich mich auf die ersten glitschigen Seilstücke und rutschte erstmals gleich aus. Ein weiterer vorsichtiger Versuch liess mich wie auf einem Trampolin - Boden fühlen - oder besser gesagt Strick fühlen, den viel Platz gab's nicht darauf. Neben mir getraute sich eine Frau nicht - jetzt hau mal endlich ab! schrie der Mann sie an - Augen zu, du kannst dich ja auch fallen lassen!! Ich jedenfalls tastete mich Meter um Meter aus windiger Höhe hinunter, immer wieder mit dem Blick ins Leer unter mir....Endlich die letzten Seilstufen, doch auf einmal bekam das Seilgeflecht heftig Stimmung und wackelte wie verrückt. Gleichzeitig verliessen einige Dutzen Leute das Netz und ich lag weit ausgestreckt am Boden.

Dies war aber noch nicht ganz alles. Weiter drüben ging's wieder durch einen gemeingefährlichen Reifenstapel und auf der anderen Seite auf dem Spinnennetz wieder in die Höhen. Unter tosendem Applaus der 30.000 Zuschauer schlich ich wie eine ausgehungerte Spinne hinauf. Vom Bunker siehst du ganz einfach brutal in den Abgrund. Kein Netz - nur Strohballen - da hinunter?? Mit dem Mut der Verzweiflung sprang ich ins Leere..... Die erste Strohballe nahm mich auf - reagierte aber wie ein Trampolin - sie warf mich gleich wie ein Ball hoch und weitere drei Ballenstockwerke weiter nach unten. Wie in Trance macht ich mich durch tiefen Boden auf eine weitere schreckliche Prüfung auf. Auf einer steilen Wand - einer Radrennbahn gleich musste man mit Dreck an den Schuhen um die Kurve rennen und gleich unter einem fünfzig Zentimeter hohen Maschendrahtzaun durch kriechen, der am Schluss nur noch glattte 20 Zenimater hoch war. Betonboden mit spitzigen Kieselsteinen schmerzten schon beim Niederknien. Des Rätsels Lösung sah ich auf der gegenüberliegenden Seite. Da rollte sich ein Teilnehmer. Also auf geht's - ich macht es nach und die Dampfwalze setzte sich rollend in Bewegung - immer schneller - es ging bergab und staune die letzten zwanzig Zentimeter Höhe, musste ich allerdings mit reissen und ziehen bewältigen, den mein Bauch wollte da nicht durch. Geschafft und weiter.

Gleich stand das Nächste an - über einen riesigen Flugzeughangar, der gebogen war- kroch ich auf nassgemachten seifenähnlichen, glitschigen Strohballen in die Höhe - die letzten zwei Meter auf nasser Gummibahn hoch hinauf und dann stehst ich oben, oben auf dem Höhpunkt - sozusagen die Passhöhen und ich schaue wie ein Bergsteiger nur in die leere - in die Schlucht, in den Abgrund. Zum schauen kam ich allerdings nicht lange. Ich musste einfach irgendwie ausgerutscht sein oder ähnliches. Im freien Fall gings im Höllentempo nach unten immer wieder mit Aufschlägen im geliebten Stroh bis ganz unten, wo ich mit dem Gesicht im knöcheltiefen Dreck einfach stecken blieb. Einfach so. Aufstehen nur Aufstehen - dies hätte ich dem Überraschungsmoment zu liebe aber besser nicht sofort getan, den ich klebte im Dreck und meine andere Gesichtshälfte verschwand zum Ausgleich im drecknassen Gesülze. Also raus auf allen Vieren, rein in die Kiesgrube, die Sangrube - das Wasser, dem See.

Sandgruben sind keine Spassgruben! und machen trotzdem Spass!

Und hinein in die Grube, die zwei Kilometer lang ist, 1 km Breite hat und vollgepflastert mit Seelein, Flüsschen und Dreck ist. Da wird noch gearbeitet wo wirkliche Dreckarbeit Spass macht. Stumm standen statt Zuschauern Bulldozer, Bagger und Förderbänder am Wegesrand. Eine Menge Dreck erwartete mich. So macht ich nach einem Kilometerlangen einlaufen bald Bekannschaft mit einem Flüsschen, dass im Knöcheltiefen Morast einen Kilometer lang durchwandert werden musste. Also erstmals Dreck und nasser Schlamm in den Schuhen. Ich kann Euch aber sagen, ich spürte absolut nichts. Die Trance hatte mich wieder willig gemacht und so bewegte ich mich im Laufschritt weiter. Kurz vorher hatten mich im übrigen die Sieger überholt! Die waren schon längst mitten im Finale. Der erste See liess nicht lange auf sich warten. Da kannst du wählen, entweder du schwimmst eine Kurzdistanz durch einen tiefen Weiher oder du läufst um den Weier herum im Dreck und Wasser. Ich lief und macht dabei viele nette Überraschungen. Wenn du reingehst macht dir das 5° kalte Wasser eigentlich nicht viel aus. Das geht blitzschnell und schon stehst du bis zu den Ellbogen drin. Waten am Rand entlang. Geheimnisvolles abtasten des Grundes. Wups ein Schlagloch, das Wasser reicht dir bis zum Hals und zur Belohnung bleibst du beim Rausgehen in einer klebrigen Masse stecken - du kannst wählen entweder schnell aus der Kälte, dann allerdings ohne Schuhe, oder du löst ganz langsam die Füsse vom Schlamm, bewegst dich ganz sachte Richtung Land und erreichst dieses nachdem du noch drei bis viermal ausgerutscht bist - als rettenden Anker Notanker.

Weiter durch Treibsand, der so tief ist, dass du bis zu den Knien darin versinkst - Kilometerlang. Schon freute ich mich, auf das Seebad verzichten zu können, doch es kam wieder einmal anders. Nach einem steilen Aufstieg aus der Sandgrube, machte die Strecke einen Knicks und führte auf dreissig - vierzig Meter direkt die dreissig Höhenmeter zum lieben Seelein hinunter. Vollbepackt mit Tauchern, die mit stechendem Blick auf dich (mich?) warteten um bei Not Hilfe zu leisten. Zweihundertmeter lang im See marschieren, beobachtet mit Adlersaugenblicken der Froschmänner, um dich bei Unwohlsein im allerletzten Moment vor dem Ertrinkungstod zu retten. In der Mitte spürte man dann endlich die Kälte und wie. Ich muss eine Farbe in Rot, viollet, blau-gelb oder ähnlich gehabt haben, den zehn Augenpaare waren plötzlich nur noch auf mich gerichtet. Stechende Blicke. Dass ist der klassische Ersäufer, werden die gedacht haben, die Reissleinen, wo sie sofort jeden festmachen konnten waren sicher schon längt entsichert - man wartete endlich ein erstes Opfer im Visier zu haben, nur Warten - Zuwarten, gleich geht er unter. Doch es kam anders - ich kam raus und musste mich kriechend unter dem nächsten Hindernis im Dreck bewegen.

Es hört nicht mehr auf - Die Sandgrube wird zum Alptraum

Du kommst um einen Sandhügel und stehst wieder vor einer Aufgabe, die kaum zu bewältigen ist, rauf im Sand auf einen riesigen Hügel - und hinunter, so steil da bleibt dir nur Rutschen übrig. Dann weiter auf und ab, durch Wasser, durch Sand, durchr Dreck. Du spürst schon längst deine Füsse und deine Beine nicht mehr, du rennst aus Verzweiflung, du willst ganz einfach hier raus! Die letzten beiden Hindernisse mitten auf der Strecke. Strohballen, die ersten drei Meter Hoch mit Absprung auf Strohballen, das Letzte vier Meter hoch mit Absprung auf den leeren Kies- grubenboden. Hier brauchte es nicht nur Mut, Zuversicht und Affenglück, es brauchte auch einen gewaltigen Ruck. Wenn du nicht gerade bei einer militärischen Eliteeinheit eine Ausbildung als Nahkampfspeziallist gemacht hast oder Fallschirmspringer bist, brauchtest du hier mal zwei Minuten um zu überlegen wie du runterkommst. Klar es hatte einige die sprangen ins Nichts überrollten sich unten und liefen gleich weiter doch der grossteil musste sich erst sammeln um runter zu kommen. Ich wählte die Möglichkeit mit runterkauern, mich am Rand zu halten und zu versuchen ganz langsam den Strohballen entlang runter zu klettern. Um solches Warmduscher Vorgehen zu vermeiden wurden die Ballen mit Wasser und Schlamm eingerieben und somit raste ich mit unvermindeter Geschwindigkeit den Ballen entlang nach unten, schlug auf der rassanten Fahrt noch den Kopf Vier-Fünfmal gegen das Stroh und blieb schliesslich im Schockähnlichen Zustand unten liegen. Doch bevor die mit den Kreuzen auf dem Rücken sich in Bewegung setzen konnten, hatte ich mich bereits wieder Richtung Kiesgrubenausgang in Bewegung gesetzt. Noch drei grauenvolle Aufstiege auf seifiger Piste und rein auf die Zielgerade. Leider mit einer Runde Verspätung, wo die ersten schon seit über dreiviertel Stunden vor mir mit zwei absolvierten Runden im Ziel waren.

Ein gescheiterter Held verliert Ruhm und Ehre und auch noch fast die Hosen

Erbarmen haben sie mit mir gehabt. Da kommt er durchs Ziel. Zerissene Kleider, Blutverschmiert und abgekämpft. Eine Medaille - nein ich habe keine verdient. Die Erste wies ich bestimmt ab, die Zweite konnte ich allerdings nicht abwehren. Ein hübsche junge Hostess legte sie mir ganz einfach um den Hals und gratulierte mir. Ich bin doch gescheitert. Nein sagte sie mit einem Lächeln, du hast für Dich viel vollbracht, dass sehe ich dir an, du hast sie einfach verdient. Und so wird die Medaille von nun an, an meiner Bürowand hängen mit einem kleine Spruch darunter:

Der gescheiterte - glücklichste Held der Welt, der für sich trotzdem alleine Ruhm und Ehren gefunden hat - er ist glücklich, überglücklich mit vielen gleichgesinnten Sportlern die Grenzen seiner Fähigkeiten noch einmal kennengelernt zu haben.

Der Strongman Run war für mich mehr als eine Herausforderung, das Weekend mit Freunden im Team von Fisherman's Schweiz, brachte mir ein neues Lebensgefühl und eine grosse Bereicherung für mein weiteres Leben. Es hat mir gezeigt, "Unmögliches wird Möglich" , kann mit Mut und Einsatz möglich gemacht werden. Ich bin nicht Schwindelfrei und trotzdem über Schwindelerregende Abgründe gekrochen, gesprungen und gelaufen. Ich habe mich durchgekämpft über eigentlich Unmögliches - für mich unmögliches, die längst über den Grenzen meiner eigenen sportlichen Fähigkeit liegen. Und ich hab auf den letzten beiden Kilometern Glücksgefühle trotz Schmerzen und allem gehabt, die mich alles frühere vergessen liessen. Und mein Freund Joey Kelly hat mir beim überholen auf den Rücken geklopft mich angeschaut, gestutzt und gefragt, du rennst? ungläubig, doch mit grossem Respekt. Wir kennen uns von den vielen Marathons, allerdings ich als Reporter, er als Läufer.

Der Song

Die Fisherman's Friends Strongmanrun Seite

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Über Bunker - Über Flugzeughangare. Starke Männer und Frauen kennen keine Gnade.

Bild Fisherman's 09

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