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24. März 2009, 22:00
Fortiter in re, suaviter in modo
Stark in der Sache, sanft in der Form.
Es ist geschafft! Heute war mein letzter Trainingstag vor Weeze. Fünf Tage Intervalltraining haben das Pensum zum Schluss abgerundet. Steil den Wald hinauf 5x100m im Schnelllauf und 5x100m bergauf im Sprint. Dies waren meine Sequenzen der letzten fünf Tagestrainings. Jetzt heisst es ausruhen, erholen und relaxen. Ich kann Euch sagen, es war eine starke Sache. Freude, Erleichterung und auch ein bisschen Stolz blüht in meinem Herzen.
Brüttisellen, 24.3.09 (mk) Wie habe ich heute gewartet, bis die Trainingseinheiten vorbei waren. Nochmals eine Stunde alles geben, alles aus dir herausholen - bis zum Letzten! Unerträglich wurde es zum Schluss, da schmerzten mich die Oberschenkel so sehr, ich glaubte sie zerplatzten. Die Antwort werde ich morgen mit dem Käterchen haben.
Trainings mit meinem alten Trainingsplänen
Das Training auf den Strongmanrun, habe ich mit meinen alten Trainingsplänen gemacht. So waren auch die Einheiten am Schluss bewusst so, den Körper fix und fertig zu machen und dann als Schockwirkung vier Tage Ruhen zu lassen und am fünften Tag - dem Wettkampftag als Überraschung für mein Körperchen es komplett zu düpppieren und zu übertölpeln. Es wird blitzschnell das Programm abspulen und nach Möglichkeiten suchen das Beste herauszuholen. Das habe ich mal in einem Lehrgang als Coach so gelernt. Gelernt ist gelernt. (Hoffentlich klappts!!!?)
Über 40 starke Trainingstage
Jetzt kann ich es Euch ja verraten. Manchmal habe ich gedacht, was machst du da. Im Schnee und Pflotsch, über Eis und tiefe Waldwege, total durchnässt mit schweren Laufschuhen und Beinen, die wie Schraubstöcke mich bei jedem Schritt behinderten. Die Puste, die bergauf so Geräusche wie ein Döschwo machte, der einen Sattelschlepper hinter sich herziehen will. Ich wusste, die Leute gucken dem Dicksack nach, der da im Schneckentempo den Berg hinauf kriecht und denken - spinnt der? Ich habe es auch so gesehen und vor allem gedacht. Wenn ich zurückdenke, als ich die ersten Meter wieder im Laufschritt machte, nach 100 Metern kaum noch Atmen konnte oder der erste 8,5 km über blankes Eis dem See entlang, mit Wasser, Dreck und allem was einem an der Fortbewegung hindert, da habe ich für mich gedacht, - oh!!! meinst du es wirklich ernst.
Ich habe immer an mich und meine Leistung geglaubt
In all den Tagen meines Trainings habe ich immer an mich geglaubt. Ich wusste ich schaffe es. Der Weg war mein Ziel!! Gleich wie ich ihn gehe. Und noch vor zwei Wochen bei der Premiere über 19 km kann ich Euch sagen, dass war der Hammer. Die erste Hälfte habe ich für mich in sensationellen 1,1 Stunde zurückgelegt - in der zweiten Hälfte habe ich mich verlaufen und zuletzt hat mich der Hammermann jämmerlich bestraft. Die Zeit getraue ich mich fast nicht zu sagen, aber egal was ihr denkt. Für die Hindernisse habe ich in dieser Verfassung genau noch eine halbe Stunde für die Hindernisse. Ich denke aber, dass war Erfahrung. Am Rennen kann man mehr geben. Ich bin sowieso kein Trainingsweltmeister. Ich konnte mich auch früher an Rennen stets im entscheidenen Augenblick völlig verausgaben. Hoffen wir ich kann es noch!
Mein Tun ist kein Experiment, den wenn es ein Experiment wäre, hätte ich es nicht getan. Ich bin überzeugt, mit etwas Glück einer guten Tagesverfassung einiges leisten zu können. Eines habe ich aber in all den Lauftagen wieder gefunden - die Lauffreude - die ich nie mehr missen möchte. Auch nach dem Lauf werde ich regelmässig 2-3 mal die Woche mich auf die Laufstrecke machen.
Mein treuer Begleiter Larry
Einer hat in all den Tagen immer zu mir gehalten und mich bei jedem Lauf unterstützt. Mein Hundchen. Larry hat es genossen auf einmal so viel zu rennen. Das Problem wird in Zukunft allerdings sein, dass er nur noch joggen will.
Nie werde ich die Läufe durch die Wälder vergessen. Am Anfang waren sie Qual, dann wurde sie zur Wonne. Nie möchte ich diese Natur, diese wunderschöne Zeit vergessen. Es war wundervoll. Auch wenn ich mein Zielgewicht nicht ganz erreicht habe, werde ich weiter daran arbeiten, wieder unter die ominöse 100kg Marke zu kommen. Wunder brauchen etwas länger.
Er lief sehr lange
und nie vergebens
er hatte Glück mit seinem Lauf,
die Schönheit der Natur und eben
Das Glück im Herzen, dass er braucht.
Er lief sehr lange
und nie vergebens
er ging den Weg, der war das Ziel
er trainierte immer auf und eben
dem See entlang, da lief er viel.
Er lief sehr lange
und nie vergebens
er genoss das Glück und die Natur
er war sehr langsam doch halt eben
er lief bergauf, bergab war stur.
Er lief sehr lang
und nie vergebens
er lief ums Haus, sogar im Wald
er kämpfte sich durch Dreck und Wasser
über Asphaltstrassen und die Wand.
Er hatte Zeit - genau fünfzig Tage
Die Zeit die ist jetzt fast schon um
Den Mut, die Kraft, den Wind, das Wasser
Das Herzen ruft - Strongman ich komm.
Danke meinem Sponsor Brooksder mich mit Laufschuhen und Laufkleidern ausgerüstet hat. Dank all denen, die mich mit Mails und Telefonanrufen aufgemuntert haben. Dank meiner Frau, die mich in allen Belangen unterstützt hat, mich massiert hat und mein tägliches Stöhnen und klöhnen mitanhören musste.
Ich wünsche Euch allen eine starke Zeit!
Die Reportage vom Strongmanrun nächste Woche auf Sportheute.ch
Strongmanrun
Danke für alles!
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