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Sierre,10.8.08mk. Wie jedes Jahr, traf sich am Sonntag die Berglauf-Weltelite in Sierre, um die 31km vom flachen Wallis hinauf nach Zinal zu laufen. Der Zinallauf gehört zu den traditionsreichsten Läufe im internationalen Laufkalender. Dass sich dennoch fast die gesamte Weltelite Jahr für Jahr ins Valle d'Anivier locken lässt, bleibt das Geheimnis des Veranstalters seit der ersten Austragung Jean-Claude Pont. Der heute pensionierte Mathematikprofessor, versteht es anscheinend wie kein anderer zu rechnen. Er ist nicht nur seit der ersten Austragung im Jahr 1974 als Chef tätig, sondern begleitet die Spitzenläufer der Welt jedesmal persönlich zum Start des einmaligen Laufes. So kann auch der Patron ebenfalls seit 35 Jahren auf die genau gleiche Mannschaft im OK zählen. Das ist eine Erfahrung die im Laufsektor einmalig ist.

Wetterglück und ein Klassefeld

Wie letztes Jahr fand der Lauf bei herrlichstem Sonnenschein, stahlblauem Himmel und idealen Temperaturen statt. Neben dem Sieger Marco de Casperi waren auch noch der letztjährige Sieger Jean-Jaques Dupont, der Chamonix Marathonsieger Jean-Yves Rey, der Deutsche Bergrunner Helmut Schiessl, der englische Jungstar Tim Short, der Spanier Roc Agusti, Billy Burns und die tschechische Schnellzugslokomotive Robert Krupicka am Start. Dazu kamen einige der früheren Sieger wie R. Mejia (MEX)  und T. Ancay (CH) des tollen Laufes dazu. Das Rennen verlief denn auch wirklich spannend - ja hervorragend, versuchten einige der Jungen, den alten Hasen davon zu rennen. Casperi gab diesem Treiben aber bald ein Ende und übernahm nach 8km solo die Führung. D.h. er forcierte einfach hinauf nach Chandolin kontinuierlich sein Tempo, bis niemand mehr bei ihm war.

ANNA PICHRTOVA und MARCO DE CASPERI - ZWEI EINDRÜCKLICHE SIEGER!

Marco de Casperi mit einem beeindruckenden Solosieg!

Der Italiener traf mit fast fünf Minuten Vorsprung in Zinal ein. Er sei halt einfach gelaufen, ja, so wie in heute seine Beine trugen. Nicht schneller und nicht langsamer. Er hätte es schon bald gemerkt, dass er über mehr Reserven als die Konkurrenz verfüge. Sagte der  frische Italiener im Ziel.

PICHRTOVA ANNA ZUM DRITTEN!

Die grossgewachsene Tschechin gewann am Sonntag bereits zum Drittenmal den Lauf nach Zinal. Sie meinte: Ich bin heute wieder von Anfang an mein Tempo gelaufen, dabei habe ich nicht geschaut ob die Konkurrenz jetzt schneller oder langsamer startete. Dass dann niemand mitkam, hat mich schon überrascht. Angela Mudge und Lizzy Hawker, sind zwei sehr unangenehme Gegnerinnen und für mich hiess das, bis zum Schluss aufmerksam zu sein und nie im Tempo nachzulassen." Dass sie mit riesem Vorsprung gewann, verschweigt die sympatische Tschechin. Sie hat auf dieser Distanz weltweit, niemanden zu fürchten.

Die dreimalige Siegerin aus Tschechien! Anna Pichrtova!

Mudge im gewohnten Kampfstil!

Angela Mudge lief wieder in ihrem unverkennbaren Kampfstil. Wie eine junge Amazone, boxte sie sich die Hänge hoch. Sie war von allen drei Podestplätzen die am meisten Bedrängte und geforderte. Nach vorne musste sie sich orientieren, weil ja noch ein Sieg drinn liegen könnte . nach hinten, weil Lizzy Hawker eine sehr uangenehme Gegnerin im Rücken ist. 

Resultate:

Overall Männer

1. DE GASPERI MARCO, 1977, I-BORMIO (SO) 2:30.50,3 (21) 2. KRUPICKA ROBERT, 1978, CZ-TCHÉQUIE 2:35.44,1 (3) 3. ROC AGUSTI, 1971, E 2:38.19,0 (42)

Overall Frauen

1. PICHRTOVA ANNA, 1973, CZ-TCHEQUIE 2:54.26,4 (101) 2. MUDGE ANGELA, 1970, GB-FK RR SCOTLAND 3:07.36,8 (102) 3. HAWKER LIZZY,  GB-GRANDE-BRETAGNE 3:15.02,1 (132)

Angela Mudge in ihrem gewohnten kämpferischen Stil.
Und als smarte Interview Partnerin!
Lizzy Hawker findet langsam wieder zur Topform zurück! Mit dem dritten Rang übertraf sie alle Erwartungen!
ROBERT KRUPICKA  AUS TSCHECHIEN LIEF TAKTISCH ÄUSSERST GESCHICKT.
Für den Spanier AGUSTI ROC wäre mehr drinn gelegen!
Der Tscheche wurde lange vom Deutschen Helmut Schiessl bedrängt


Zinal heisst auch Lauffreude - Lauffreunde und einfach Plausch am Laufen! Hier spielt es keine Rolle wie lange du hast - hier zählt die Freude am Sport - an der Freizeit und etwas zu tun, von dem man noch lange reden kann. Viele der schon um morgen um fünf gestarteten LäuferInnen kamen nach den Ersten der um neun gestarteten Elite ins Ziel. Hut ab. Sierre-Zinal ist nicht einfach "Schoggi" Wer einmal die Steigung nach Chandolin hinter sich gebracht hat, der weiss was zu berichten. Die Berge die anschliessend kommen - hinauf zum Weisshorn - sind kein Honig schlecken. Der Abschluss mit dem langen Ablauf hinunter nach Zinal gibt jedem noch den Rest! Sierre - Zinal ist mehr als ein Erlebnis!

Ein Erlebnis!
Jeder hilft Jedem - oder Jede hilft Jedem.
Wir sind die Sieger!
Chandolin - der erste lange Aufstieg ist perfekt!


Pablo Vigil, der amerikanische Wunderläufer, gewann in Zinal vier Mal. Vigil war bekannt für seine Spässe und seine Gitarrenkonzerte noch am Vorabend der Laufveranstaltung. Vigil war ein Naturtalent und hatte seine eigenen Ansichten vom Spitzensport. Wenn es ihm gefiel, so unterhielt er die Fangemeinde bis tief in die Nacht und gewann dann am Sonntag die grösste Laufveranstaltung. Pablo Vigil war in seiner Laufzeit auch ein begehrtes Model für die Werbung. Keine der grossen Sportzeitschriften kamen ohne seine Bilder aus. Sein Ex Trainer Joe Vigil ist jetzt mit dem US Team in Peking an den Olympischen Spielen. Der Name seines damaligen Trainers war aber rein zufällig gleich.

Die Schweizer Lauflegende Paul Solér brauchte keinen Läufer zu fürchten

Soler war lange der Laufstar der Schweiz.Er gewann alles, was es zu gewinnen gab. Der Bündner Soler hatte seinen ganz speziellen Laufstil und war ebenfalls in seiner Laufzeit ein grosses Idol und ein ganz spezieller Läufer, der immer etwas lustiges zu erzählen hatte.

Der viermalige Gewinner von 1979 - 1982 Pablo Vigil aus Alamosa Colorado USA.
Die Schweizer Lauflegende Paul Solér Gewinner des Zinallaufes von 1978 - so wie er war - so lebt er heute!